Wiener Wohnungsmarkt: "Angebot bricht drastisch ein"
Der Bau neuer Wohnungen in Wien befindet sich zurzeit auf einem niedrigen Niveau, weil die Entwickler wirtschaftliche Probleme haben. Eine Besserung ist kurzfristig nicht in Sicht. Demzufolge sollen die Preise wieder steigen.
Der Wohnbau in Wien sinkt auf einen neuen Tiefststand, berichten der Bauträger Buwog und der Immobilienmakler EHL anlässlich der Präsentation ihres "Ersten Wiener Wohnungsmarktberichts 2026". Nach starken Rückgängen von 2023 bis 2025 komme es zu einem erneuten Einbruch, der die Zahl neuer Wohnungen auf neue Tiefststände drücken werde. Heuer werde die Zahl der fertiggestellten Wohnungen nur mehr rund 60 Prozent des Jahres 2023 mit rund 14.200 Einheiten erreichen, 2027 Prognosen zufolge sogar weniger als 50 Prozent.
"Der Produktionsüberhang aus den Boomjahren bis 2022 ist längst aufgebraucht, es gibt so gut wie keine Wohnraumreserven mehr und die Nachfrage ist ungebrochen stark. Es ist daher absehbar, dass sich die ohnehin schon schwierige Situation von Wohnungssuchenden weiter verschärfen wird", erklärte Buwog-Geschäftsführer Andreas Holler. Von den rund 15.500 erwarteten Fertigstellungen in den Jahren 2026 und 2027 werden etwa die Hälfte Eigentumswohnungen sein. Allerdings bricht das Angebot neuer frei finanzierter Wohnungen im Jahr 2027 beinahe komplett weg. EHL und Buwog erwarten nun steigende Wohnungspreise, wobei der Preisauftrieb bei den Mieten stärker als bei Eigentumswohnungen sein werde.
Für die Angebotsdelle mit rückläufigen Baubewilligungszahlen führen Buwog und EHL mehrere Gründe an: Einerseits leide die Branche unter einer gesamtwirtschaftlichen und einer immobilienspezifischen Krise, die zu einer schlechten wirtschaftliche Lage der Entwickler geführt habe. Die Bauanträge liegen seit 2023 deutlich unter den Vorjahren. Andererseits seien staatliche Eingriffe in das Mietrecht mit der Beschränkung von Mietpreisanpassungen und Restriktionen bei der Finanzierung schuld an der misslichen Lage. "Daran scheitern immer wieder auch durchaus chancenreiche Bauprojekte", behaupten die beiden Unternehmen. (ae)














