Während Dutzende Immobilienfirmen in existenzielle Krisen oder sogar in die Insolvenz rutschen, gelingt es dem Wiener Immobilienkonzern Vienna Estate, weiterhin Gewinn zu erwirtschaften. Basis dafür ist, dass die Umsatzerlöse 2025 im Jahresvergleich um 57 Prozent auf 29,2 Millionen Euro gestiegen sind, obwohl nach Unternehmensangaben der geringere Abverkauf von Immobilien und geringere Mieterträge den Umsatz dämpften.

"Der Verkauf gestaltete sich auch im Jahr 2025 als äußerst schwierig. Verkaufsfördernde Entwicklungen, wie die gesunkenen Zinsen oder das Ende der KIM-Verordnung, machten sich nicht im erhofften Umfang bemerkbar beziehungsweise wirkten moderat zeitverzögert. In Summe blieben wir daher unter der Verkaufsleistung des Vorjahres", erklärt die Aktiengesellschaft in ihrem Geschäftsbericht 2025.

Finanzstabilität im Fokus
Das operative Ergebnis belief sich auf 8,9 Millionen Euro. Das sind um zwölf Prozent weniger als 2024. Der Rückgang ist primär mit den geringeren sonstigen betrieblichen Erträgen und mit dem Anstieg des Materialaufwands zu erklären. Das Ergebnis nach Steuern blieb jedoch stabil und klar positiv: Es betrug 3,7 Millionen Euro nach 3,6 Millionen Euro im Jahr davor.

"2025 war kein Jahr für laute Töne. Es war ein Jahr der Konzentration auf Substanz, Prozesse und Zusammenarbeit – und genau das hat uns stabil durch ein schwieriges Umfeld getragen", erklärt Helmut Dietler, Vorstand der Vienna Estate Immobilien AG, anlässlich der Geschäftsberichtveröffentlichung. Die Bilanzentwicklung ist branchenunüblich gut: Der Konzern baute die Verbindlichkeiten um neun Prozent ab, hielt die Kapitalrücklage und die Rückstellungen jedoch stabil. 

Positive Kapitalperformance
Die Eigenkapitalquote nach UGB erhöhte sich von rund 38 Prozent auf etwa 40 Prozent beziehungsweise auf 51,3 Prozent unter Berücksichtigung der stillen Reserven. Die Eigenkapitalrentabilität weist der Konzern mit 9,55 Prozent aus (2024: 8,92 Prozent). Bis zu den Ergebnissen, die schon etwas länger zurückliegen, muss Vienna Estate noch ein Stück gehen. In den Jahren 2021 bis 2023 hatte der Konzern jeweils mehr als fünf Millionen Euro Gewinn und Eigenkapitalrenditen zwischen 13 und 21 Prozent erzielt.

Für das laufende Jahr ist Vorstandsvorsitzender Peter Lazar vorsichtig optimistisch. "Das Vorjahresergebnis zeigt, dass unser Geschäftsmodell auch unter Druck standhält. 2026 bleibt die Lage angespannt, doch wir bleiben motiviert." Das Unternehmen erwartet eine schrittweise Markterholung, die von moderat steigenden Immobilienpreisen und einem strukturellen Wohnungsmangel getragen wird. Ganz so einfach wird es jedoch nicht, bestätigt Vienna Estate: "Die Branche bleibt weiterhin mit Herausforderungen – wie Restrukturierung, Refinanzierungsdruck, Zunahme von Regulativen und einer anhaltenden Insolvenzwelle – konfrontiert." Außerdem seien die innenpolitischen Markteingriffe und die geopolitischen Ereignisse belastend und sorgen für eine Prognoseunsicherheit. (ae)