Im Laufe des ersten Halbjahres stiegen die realen Bruttoverkaufspreise im Altbausegment und bei den jüngeren Neubauten in den äußeren Bezirken Wiens deutlich an. Das berichtet der Dienstleister Immo Analytics. Im zweiten Quartal 2026 kostete ein Quadratmeter im Außenbezirk-Altbau durchschnittlich 4.700 Euro. Das sind um 17 Prozent mehr als im Jahresdurchschnitt 2025. Bei den Neubauten ab 2020 legten die Preise um vier Prozent zu. In den inneren Bezirken blieben die Kaufpreise hingegen stabil, wobei die Neubauten ab 2020 um 6,7 Prozent günstiger wurden.

"Schnäppchenjagd endgültig vorbei"
"Getrieben ist der Preisanstieg primär von einem Rückgang des Verhandlungserfolges. So ist im Segment sanierter Altbau kein Verhandlungserfolg mehr nachweisbar", erklärt Immo-Analytics-Geschäftsführer Gregor Pfeiffer. Er schließt daraus, dass "die Schnäppchenjagd der vergangenen Jahre endgültig vorbei" sei und die Altbauten saniert werden müssten. "Leider scheitert Letzteres manchmal an Finanzierungen, und Notverkäufe gehören gerade im Segment der unsanierten Altbauten weiterhin zur Realität des Entwickleralltages", so Pfeiffer. 

Vorzieheffekte spiegeln sich wider
Die Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Im ersten Halbjahr gab es eine erhöhte Nachfrage, weil Ende Juni Förderbestimmungen ausgelaufen sind. Marktbeobachter gehen von Vorzieheffekten aus, was sich in den Absatzzahlen widerspiegelt: Die Transaktionsanzahl stieg im ersten Quartal 2026 um mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und im zweiten Quartal nochmals um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Vor allem die Nachfrage nach günstigeren Wohnungen dürfte stark gestiegen sein. Für das Gesamtjahr rechnet Immo Analytics mit 12.500 bis 13.000 Verkäufen. 2025 wurden rund 12.000 Einheiten verkauft. (ae)