Venture Capital: Kein Geld für die Arax-Anleger
Die Investoren von Arax Capital bekommen bis auf weiteres kein Geld aus ihren Beteiligungen. Eine Anlegerversammlung, die auf Druck der Investoren stattfand, brachte nur bedingt Klarheit.
Nach der Übernahme von Arax Capital durch die Unternehmerfamilie Yosopov sind die Investoren verunsichert. Sie sorgen sich insbesondere um das Geld, das aus dem Verkauf der Beteiligung an Biocrates an Arax geflossen ist. In einer Anlegerversammlung, die kürzlich in Wien stattfand, wurde nur bedingt Klarheit geschaffen: Heuer erhalten die Anleger definitiv keine Auszahlung. Wie es nächstes Jahr weitergeht, ist unsicher.
Die Versammlung am 24. November wurde auf Drängen von Investoren veranstaltet, nachdem es nach der Arax-Übernahme über Monate keine Informationen mehr an die Anleger gab. "Arax ist nicht erreichbar und beantwortet keine schriftlichen Anfragen", erklärt ein Investor im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. Das soll sich nun ändern, da der Vertriebler Andreas Raith "seit Oktober bei der Arax Capital Partners GmbH im Backoffice tätig" ist.
Versammlung ohne konkrete Ergebnisse
Raith vertrat auch den abwesenden Geschäftsführer Boris Yosopov und referierte die "zuvor ausgearbeiteten Informationen". Der frühere Arax-Geschäftsleiter Rumman Syed wurde eingeladen, über "die Details zu den Abläufen bezüglich des Verkaufs der Biocrates" zu berichten. "Einige Fragen blieben jedoch Aufgrund der Abwesenheit des Geschäftsführers zum Zeitpunkt der Treugeberversammlung unbeantwortet", teilte Arax schriftlich auf eine Anfrage von FONDS professionell ONLINE mit.
In der Stellungnahme bestätigte das Unternehmen auch, dass die Investoren frühestens im Sommer mit einer Auszahlung rechnen können. Zwar soll "der Jahresabschluss 2025 frühzeitig erstellt" werden, "um die Ausschüttung an die Anleger vornehmen zu können". Aber wegen der noch ausstehenden Restkaufpreiszahlung aus dem Biocrates-Verkauf, die dem Vernehmen nach im Juni 2026 fällig ist, will Arax erst danach an die Anleger ausschütten. Eine Abschlagszahlung, die durchaus üblich ist und vertrauensfördernd wäre, wird es also offenbar nicht geben.
Geld fließt frühestens im Herbst 2026
Aus dem Statement wird deutlich, dass sich die Investoren noch längere Zeit in Geduld üben müssen. Denn Arax argumentiert, dass der Jahresabschluss erst erstellt werden könne, wenn die Höhe des noch ausstehenden Restkaufpreises feststehe. Ob das weit vor der Fälligkeit im Juni 2026 der Fall sein, darf bezweifelt werden. Jedenfalls steht nach der Schlusszahlung "der konkrete Gesamtkaufpreis" fest. Demzufolge wird Arax den Jahresabschluss erst im Sommer 2026 erstellen und danach die "exakten Auszahlungen an die Anleger" berechnen und möglicherweise im Herbst 2026 durchführen.
Unterdessen werfen Verschiebungen von Gesellschaftsanteilen einmal mehr Fragen auf. Boris Yosopov hatte im September in einem Vertriebsnewsletter angekündigt, dass er sich um die offenen Themen kümmern wird. Schuld am Chaos seien seine Vorgänger, zum Beispiel der kurzzeitige Geschäftsführer Alexander Waiz, der mit Yosopov seit Jahren zusammenarbeitet. Trotz der vermeintlichen Auffassungsunterschiede stockte Waiz Anfang Oktober seine Anteile an der Muttergesellschaft der Arax Capital, die CETI Holding, auf. Ihm gehörten seither 50 Prozent der Firma. Trotzdem war Waiz nicht bei der Anlegerversammlung im November. (ae)
Nachtrag der Redaktion (15.12.2025): Vor wenigen Tagen übernahm die Pagna Real Estate GmbH von der Oasisbanc - Axis Leisure Management GmbH, die Alexander Waiz gehört, die Anteile an der CETI Holding GmbH. Dies wurde am 13.12.2025 im Firmenbuch eingetragen.















