Die Isaria Wohnbau hat ihre Tochter One Group an den österreichischen Projektentwickler Soravia verkauft. Isaria hatte das Hamburger Emissionshaus 2013 erworben. Die One Group bietet Privatanlegern Investments in Projektentwicklungen an und hat ausschließlich Bauvorhaben der Isaria Wohnbau finanziert.

Im März dieses Jahres verkaufte Isaria einen großen Teil ihrer Projektpipeline an die Deutsche Wohnen, auch Projekte in denen die One Group über ihre Vermögensanlagen der Serie "Proreal Deutschland" investiert hatte. Für die One Group war es daraufhin notwendig, einen neuen Projektpartner zu suchen, den sie mit Soravia jetzt gefunden hat.

Bauvorhaben im Volumen von 3,3 Milliarden Euro in der Pipeline
Soravia, seit vielen Generationen in Familienhand, verweist auf ein Volumen realisierter Bauprojekte von 5,7 Milliarden Euro. Die aktuelle Projektepipeline umfasst nach Angaben des Unternehmens Bauvorhaben im Wert von rund 3,3 Milliarden Euro. Zumindest was das Volumen betrifft, steht der One Group also ausreichend Ersatz für die an die Deutsche Wohnen verkauften Projekte zur Verfügung.

Soravia erzielte auf Konzernebene im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Vorsteuergewinn in Höhe von 26 Millionen Euro. "Grundsätzlich bringt der Eigentümerwechsel keine Veränderungen des Investitionsansatzes und der Performance mit sich", sagt Malte Thies, Geschäftsführer der One Group, zu FONDS professionell ONLINE. Die Investitionsziele würden künftig jedoch vornehmlich aus dem Soravia-Konzern stammen. "Die Rückflüsse aus den verkauften Isaria-Projekten können von den laufenden Proreal-Produkten nahtlos und entsprechend der jeweiligen Investitionskriterien reinvestiert werden", ergänzt Thies.

Soravia sieht keine Kannibalisierungseffekte
Wegen der zwischenzeitlichen Unsicherheit nach dem Verkauf der Isaria-Projekte wurde der Vertrieb des aktuellen Angebots "Proreal Deutschland 8" bei einem Platzierungsstand von 32,5 Millionen Euro gestoppt und wird auch nicht wieder aufgenommen. Stattdessen wird an der Emission von Folgeprodukten der Serie Proreal Deutschland gearbeitet. Die Soravia bietet ebenfalls Kapitalanlagen für Privatinvestoren an. "Mit unserem Tochterunternehmen IFA, Institut für Anlagenberatung, sind wir bereits seit 40 Jahren mit einem ähnlichen Geschäftsmodell im Bereich der Veranlagung von Investorengeldern tätig", teilt Soravia der Redaktion mit. Eine Konkurrenz innerhalb des eigenen Hauses sieht das Unternehmen jedoch nicht.

Die IFA sei schließlich nur in Österreich, die One Group nur in Deutschland unterwegs. Auch die konzeptionelle Ausrichtung der Angebote unterscheidet sich: "Schwerpunkt der IFA ist die Konzeption steuerlich optimierter, langfristig ausgerichteter Bauherrenmodelle für österreichische Investoren sowie die Emission von Anleihen", so Soravia. Demgegenüber legt die One Group Wert darauf, kurzlaufende Modelle in Form von Schuldverschreibungen aufzulegen. "Aufgrund der klar abgegrenzten Strategien sehen wir somit keine gegenseitige Konkurrenz sondern vielmehr enorme Chancen für alle Beteiligten", ergänzt Soravia. (tw)