Die Crowdinvesting-Plattform Kapilendo, über die man mit Kleinstbeträgen in die Finanzierung von Unternehmen investieren kann, geht mit der finnischen Plattform Invesdor zusammen. Zu ihr gehört bereits seit 2019 die österreichische Plattform Finnest. Die drei Firmen verfolgen ähnliche Geschäftsmodelle und treten künftig unter der gemeinsamen Marke Invesdor auf.

"Mit der Aggregation von Invesdor, Kapilendo und Finnest entsteht eine der größten Finanzierungsplattformen für Unternehmen in Europa", sagt Günther Lindenlaub, Vorstand der Invesdor Group und Gründer von Finnest. Sie will von Krediten über Nachrangdarlehen und Genussrechten bis zu Anleihen und Aktien eine breite Palette an Finanzierungsinstrumenten für Unternehmen anbieten. Zunächst richten sich die Angebote an deutsche, österreichische und finnische Unternehmen. "Aber das ist erst der Anfang", sagt Lindenlaub. "Die Expansion in weitere europäische Märkte ist bereits in Vorbereitung."

Plattformen wappnen sich für EU-Verordnung im Herbst
Der Zusammenschluss ist vor dem Hintergrund neuen EU-Rechts zu sehen. Im November dieses Jahres tritt die "European Crowdfunding Service Provider-Verordnung" in Kraft. Sie soll den europäischen Markt für Onlinefinanzierungen harmonisieren, indem sie ihn auf eine gemeinsame rechtliche Grundlage stellt. Anleger und Anbieter aus ganz Europa sind dann nicht mehr an jeweils nationale Gesetzgebungen gebunden.

Die drei Plattformen haben nach Angaben von Christopher Grätz Gründer und Vorstand von Kapilendo, bislang mehr als 300 Millionen Euro in mehr als 500 Finanzierungsrunden in europäische Unternehmen investiert. Grätz sei, laut Informationen des "Handelsblattes“, auch designierter Vorstand der fusionierten Invesdor Group. (tw)