Wer im dritten Quartal 2020 eine Wohnimmobilie kaufen wollte, der musste dafür um 9,5 Prozent mehr zahlen, als ein Jahr davor. Das zeigt die aktuelle Ausgabe der Immobilienmarktanalyse der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Damit hat sich die Teuerung im Jahresverlauf sehr stark beschleunigt. Im zweiten Quartal war noch ein Plus von 5,2 registriert worden.

Im bereits sehr teuren Wien war die Preisdynamik mit plus 9,4 Prozent minimal schwächer. Im Bundesgebiet ohne Wien lag der Preisauftrieb deutlich höher, bei 9,7 Prozent. Vor allem wirke die hohe Nachfrage nach Einfamilienhäusern preistreibend, so die Experten der OeNB.

Einfamilienhäuser: Plus 12,1 Prozent in den Bundesländern
Im Bundesgebiet ohne Wien verteuerten sich Einfamilienhäuser im dritten Quartal 2020 zum Vorjahr um plus 12,1 Prozent. Eine deutliche erhöhte Dynamik zum zweiten Quartal (plus 10,6 Prozent). Noch deutlicher war die Teuerung in Wien: Hier legten die Preise für Einfamilienhäuser im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um plus 13,8  Prozent sehr stark zu. Es verfestige sich "die Vermutung, dass die Preissteigerungen bei Einfamilienhäusern durch die COVID-19-Krise (Trend zu Homeoffice) auf den verstärkten Wunsch nach Wohnen im Grünen beziehungsweise mit Garten zurückzuführen sind", heißt es. In Wien sehen die OeNB-Experten Anzeichen für eine Überhitzung.

Gleichzeitig wird weniger neuer Wohnraum errichtet: Die Pandemie verstärke die Abkühlung im Wohnbau – bereits im Verlauf des Jahres 2019 war hier eine sich verlangsamende Dynamik beobachtet worden. "Bedingt durch die Einschränkungen während des ersten Lockdowns im Frühjahr sind die Wohnbauinvestitionen im ersten Halbjahr 2020 im Jahresabstand um 5,5 Prozent gesunken", heißt es. Die Zahl der Immobilientransaktionen hat im gleichen Zeitraum hingegen zugenommen. (eml)


Service: Die Studie der OeNB kann auf deren Website heruntergeladen werden.