Der österreichische Markt für Crowdinvestments hat 2019 erneut ein Rekordjahr verzeichnet. Das geht aus Zahlen hervor, die das Finanzportal "Die Geldmarie" veröffentlicht hat. Während im Jahr 2018 knapp 40 Millionen Euro für 120 Projekte eingesammelt wurden, steigerte sich das Volumen 2019 um rund 60 Prozent auf 66,4 Millionen Euro für 142 Projekte.

Immobilieninvestment sind dabei das wichtigste Segment, zumal mit stark steigender Tendenz. 2017, so "Die Geldmarie", floss gerade mal die Hälfte der akquirierten Mittel in Immobilieninvestments, 2018 waren es drei Viertel und im vergangenen Jahr 82 Prozent, also mehr als vier Fünftel. Von den 142 Funding-Projekten ging es bei 108 um Immobilienfinanzierungen. Die Laufzeiten beliefen sich von einem bis zu vier Jahren, die in Aussicht gestellten Zinssätze bewegten sich zwischen sechs und acht Prozent pro Jahr, so das Portal.

Rockets wieder vor Dagobertinvest und Rendity
Bei den Top-3-Positionen gab es gegenüber dem Vorjahr keine Veränderung: "Das Ranking blieb unverändert", schreibt das Portal und präzisiert, dass die "Rockets" (Green Rocket, Home Rocket, Lion Rocket) 24 Millionen Euro eingesammelt hätten. Das entspricht 36 Prozent Marktanteil. Mit knapp 20 Millionen Euro nicht weit dahinter liegt die allein auf Immobilien fokussierte Plattform Dagobertinvest mit einem Marktanteil von 30 Prozent. Die drittplatzierte Plattform Rendity sammelte 2019 gut 14 Millionen ein und hält damit einen Marktanteil von knapp 22 Prozent. Zusammengenommen teilen die drei Plattformen etwa 90 Prozent des Markts unter sich auf.

Mehr als zwei Millionen Euro platzierten laut "Geldmarie" noch die beiden Plattformen Conda und Immofunding. Erwähnt werden außerdem die Plattformen Crowd4Energy und Crowd4Climate, Betongold, Crowdfunding für Gemeinwohl, Reval, Das Ertragreich sowie Linvesto.

Prognose für 2020
Der Anteil von Immobilien wird sich laut Prognose der von Gerald König betriebenen "Geldmarie" im Jahr 2020 nicht ändern. Das Volumen, das die österreichischen Crowd-Plattformen 2020 platzieren, könnte jedoch die 100-Millionen-Euro-Marke knacken. Während das klassische Unternehmens-Crowdinvesting schon seit zwei bis drei Jahren seinen Boden gefunden habe, sei beim Immobilien-Crowdinvesting wohl noch viel Platz nach oben – "aber auch nur, wenn die Ausfallsrate nicht zu hoch ist. Erste Ausfälle wird es wohl schon 2020 zu vermelden geben", wagt das Portal einen Ausblick aufs neue Jahr, "das eine oder andere Projekt ist laut unseren Informationen schon in Schieflage". (tw)