Die österreichischen Wohnimmobilienpreise sind im ersten Quartal 2020 verglichen mit dem ersten Quartal 2019 um 3,4 Prozent gestiegen. Trotz Corona hat sich damit die Dynamik verstärkt, denn im vierten Quartal 2019 hatte das jährliche Wachstum nur bei drei Prozent gelegen.

Preise besonders ohne Wien stark im Aufwind
Nur in Wien gab es einen leichten Rückgang der Jahresveränderungsrate, hier legten die Preise am Wohnimmobilienmarkt im ersten Quartal um 3,9 Prozent zu, nachdem sie im Vorquartal noch um 4,3 Prozent gewachsen waren. Im Bundesgebiet ohne Wien verstärkte sich die Dynamik im von Corona betroffenen Quartal dagegen sogar sehr deutlich. Hier legten die Preise von Q1 2019 auf Q1 2020 um 2,8 Prozent zu, nachdem das Jahreswachstum im Q4 nur um 1,2 Prozent gewachsen waren.

Auf Quartalsbasis lag das Preisplus zu Jahresbeginn bei 1,7 Prozent. Auch hier sieht man eine deutliche Zunahme. Im vierten Quartal 2019 hatten sich die Wohnimmobilien nur um 0,8 Prozent verteuert. Die weitere Entwicklung sei seriös kaum absehbar, heißt es in dem Bericht. Einerseits könnte sich Kapital in Immobilien als sichere Anlageklasse verlagern. Andererseits zeigen die Anfragen nach Eigentumswohnungen und Hypothekarkrediten privater Haushalte nach unten.

Einbruch bei Investitionen
Während die Preise stabil sind, zeigen sich beim Investorenverhalten Unsicherheiten. Die Käufe institutioneller Investoren im ersten Quartal liegen mit rund 450 Millionen Euro deutlich unter Vorjahreswerten von über einer Milliarde Euro. Im Gegensatz zu Österreich gab es in einigen europäischen Ländern wie Deutschland oder Spanien im Quartal Rekordinvestments. Welche Auswirkungen die Corona-Krise auf das langfristige Investorenverhalten hat, werde sich erst im weiteren Jahresverlauf zeigen.  

Die Krise treffe die einzelnen Segmente sehr unterschiedlich, heißt es. Auf dem Mietmarkt für Wohnungen gebe es einen Nachfragerückgang um 60 bis 70 Prozent zu Vorkrisenzeiten. Auch bei der Nachfrage nach Vorsorgewohnungen zeichne sich ein Rückgang ab, der aber im Vergleich zur Nachfrage nach Eigentumswohnungen niedrigerer ausfallen dürfte. Auf dem Gewerbemietmarkt seien Einzelhandelsflächen stark betroffen.

Hohe Bedeutung von Immobilien für die Kreditaufnahme
Hervorgehoben wird in dem Bericht auch die Bedeutung von Immobilien als Sicherheit und als Finanzierungsobjekt bei der Aufnahme von Bankkrediten. Ende 2019 waren knapp 60 Prozent aller Forderungen (an Nichtbanken) hypothekarisch besichert.

Im ersten Quartal 2020 war in den Daten zur Entwicklung der Wohnbaukredite an private Haushalte noch kein bedeutender Effekt von Covid-19 zu sehen. Das Kreditwachstum beschleunigte sich in den ersten Monaten dieses Jahres leicht und betrug im März 2020 im Vorjahresvergleich 6,0 Prozent. (eml)