In Wien wurden 2025 um 40 Prozent mehr Vorsorgewohnungen als im Jahr davor verkauft. Konkret stieg die Zahl von 452 auf 647 Wohnungen, berichtet der Immobilienmakler EHL. "Der Markt hat sich nicht verabschiedet. Er hat sich neu sortiert – und meldet sich nun stärker zurück, als viele erwartet haben", meint Karina Schunker, Geschäftsführerin von EHL Wohnen. Nach einer Phase gedämpfter Marktstimmung habe sich der österreichische Vorsorgemarkt im Jahr 2025 insgesamt positiv entwickelt.

Interessant ist die unterschiedliche Preisentwicklung: Österreichweit kletterten die durchschnittlichen Nettokaufpreise um 3,7 Prozent auf 5.368 Euro pro Quadratmeter. Dabei sind in Wien und Klagenfurt die Preise minimal auf 6.288 Euro beziehungsweise 4.540 Euro zurückgegangen. In zwei anderen Landeshauptstädten weist der "EHL Vorsorgemarktbericht Frühjahr 2026" hingegen kräftige Zuwächse aus: In Graz verteuerte sich der Quadratmeter um 14,8 Prozent auf 4.197 Euro, in Linz um 9,3 Prozent auf 5.749 Euro.

Vermietungsaussichten weiterhin positiv
So wie es EHL darstellt, sind Vorsorgewohnungen ein einträgliches und sicheres Geschäft – jedenfalls in Wien. Denn in der Bundeshauptstadt seien die Mieten aufgrund eines starken Nachfrageüberhangs auf Rekordniveau, und die Perspektiven seien weiterhin positiv. In den vergangenen drei Jahren hätten die Nettomieten um 20 Prozent zugenommen. "Bei markttypischen Vorsorgewohnungen sind Quadratmetermieten von 15 bis 17 Euro netto ohne Betriebskosten mittlerweile zum Normalfall geworden", heißt es in dem Bericht.

Laut EHL gab es auch auf der Investorenseite Änderungen: Einerseits würden mehr Käufer die Kleinunternehmerregelung nutzen oder aufgrund des administrativen Aufwands bewusst auf den Vorsteuerabzug verzichten. "In vielen Fällen wurden Wohnungen daher trotz Vermietungsabsicht zum Eigennutzerkaufpreis erworben", berichtet Schanker. Andererseits seien mehr Käufer aus dem Ausland, insbesondere aus Zentral- und Osteuropa sowie verstärkt auch aus dem arabischen Raum, zu beobachten gewesen. (ae)