Die Immobilienfondstochter der Liechtensteinischen Landesbank (Österreich) AG (LLB Österreich) hat ein Jahr mit hoher Geschäftstätigkeit hinter sich. Mit einem Transaktionsvolumen von 270 Millionen Euro habe man einen Rekordwert erreicht, heißt es in einer Aussendung.

Die LLB Immo KAG ist derzeit laut VÖIG-Zahlen mit einem Marktanteil von 14,53 Prozent Nummer drei am österreichischen Immobilienfondsmarkt hinter der Erste Immobilien KAG und dem Marktführer Bank Austria Real Invest KAG. Nach der Übernahme der Semper Constantia Privatbank und deren Immoschiene durch die LLB haben die Liechtensteiner in Österreich damit einen signifikanten Anteil am Immobilienfondsmarkt. In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Fondsvolumen der LLB Immo auf über eine Milliarde Euro ungefähr verzehnfacht. Auch in anderen Häusern war eine Vervielfachung aber nicht unüblich – etwa um das über 60-Fache bei der Erste Immo KAG.

Krisenresistent
Immobilieninvestments seien bei gut diversifizierter und defensiver Struktur ein Stabilitätsanker auch in kurzfristig schwierigen Zeiten, heißt es bei der LLB. "Im Rahmen unseres aktiven Asset Managements nutzen wir aktuell jedes Mietergespräch, um für Mietstundungen oder Mietreduktionen im Gegenzug die Mietvertragslaufzeiten zu verlängern. Dies hilft dem Mieter kurzfristig über Liquiditätsengpässe hinweg und sichert den Anlegern langfristig stabile Zahlungsströme", so Michael Schoppe, der innerhalb der Geschäftsführung der LLB Immo KAG den Bereich Asset Management verantwortet.

So habe sich der Immobilienpublikumsfonds LLB Semper Real Estate aufgrund einer diversifizierten Mieterstruktur gut behauptet. Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie waren die gewerblichen Mietern zwar spürbar von den Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverboten betroffen. Ein deutlicher Effekt auf die Immobilienbewertung des Fonds sei jedoch "aus heutiger Sicht nicht erkennbar". Es gebe außerdem kaum Korrelationen zu klassischen Assetklassen.

Fonds und Micro Living
Der Fonds ist laut den Angaben derzeit in 57 Objekte ausschließlich in Österreich und Deutschland investiert. Es handle sich um mehr als 150 unterschiedliche Gewerbemieter mit guter Bonität aus rund 20 Branchen, darunter staatsnahe Institutionen mit Ausfallshaftungen von Gebietskörperschaften sowie international tätige Konzerne. Aktuell liege der Vermietungsgrad bei 97 Prozent, die durchschnittliche Restlaufzeit aller Mietverträge bei mehr als acht Jahren. Das sei ein Wert deutlich über dem Marktdurchschnitt. Von temporären Marktschwankungen sei man "weitgehend unabhängig".

Als Stabilisierungsfaktor sind aus Sicht der LLB derzeit auch Vorsorgewohnungen gefragt. Die zum Konzern gehörende LLB Realitäten GmbH habe im Vorjahr 230 Vorsorgewohnungen verkauft. Das Unternehmen sieht sich selbst als Marktführer im Vorsorge-Bereich. Man setze hier insbesondere weiter auf den "krisenrobusten" Trend Micro-Living. Unter den 2019 verkauften Wohnungen, die in den Wiener Bezirken Rudolfsheim-Fünfhaus und Ottakring liegen, befinden sich 50 Micro-Living-Appartements. Sie sind im Sommer bezugsfertig. Weitere 150 Wohneinheiten in U3-Nähe sollen dieses Jahr entstehen. (eml)