Die bereits im Raum stehenden Änderungen bei Vienna Estate Immoblien (FONDS professionell berichtete) werden konkreter. Der Immobilienunternehmer Günter Kerbler hat einem Bericht des "Immobilien-Magazins" zufolge seine Beteiligung aufgestockt. Wie das Magazin berichtet, hat er die Anteile in Höhe von 26 Prozent gekauft, welche die deutsche Eyemaxx Real Estate an der Vienna Estate Immobilien vor nicht allzu langer Zeit erworben hatte.

Nach dem Bericht will Kerbler am Ende 35 bis 40 Prozent der Gesellschaftsanteile an der Vienna Estate halten. Der langjährige Investmentpartner Johann Kowar, der sowohl direkt an der Vienna Estate beteiligt ist, als auch indirekt über einen Anteil an der Eyemaxx, fährt demnach seine Beteiligung zurück: Er werde zwar an Bord bleiben – allerdings nur mehr in kleinem Ausmaß.

Weitere Umschichtungen sind möglich. Zum Beispiel könnten sich mit der slowakischen Arca Gruppe bezüglich der Vienna Estate Gespräche ergeben, wie Günter Kerbler gegenüber FONDS professionell ONLINE erklärt. Arca hatte einst die Übernahme der Wiener Privatbank geplant, die mehrheitlich Kerbler und Kowar gehört, hat aber kürzlich nur knapp zehn Prozent erworben.

Neues Geschäftsmodell
Wie es im Immobilien-Magazin weiter heißt, soll sich bei der Vienna Estate zudem das Geschäftsmodell ändern. Das Unternehmen will sich auf den Investmentbereich und auf den Neubau konzentrieren. Der Abverkauf von Altbauwohnungen soll zurückgefahren werden.

Eyemaxx soll für den Verkauf der Anteile einen hohen einstelligen Millionen-Betrag erhalten haben. Die strategische Partnerschaft der beiden Unternehmen soll bestehen bleiben. Eyemaxx bleibe für Vienna Estate bevorzugter Planungs- und Entwicklungsdienstleister bei B2C-Bauträgerprojekten in Österreich und Deutschland, heißt es in dem Bericht.

Erst 2018 eingestiegen
Vienna Estate war die Immobiliensparte der Wiener Privatbank. Im Zuge der einstigen Pläne für den Verkauf der Bank wurde Vienna Estate Ende 2017 herausgelöst. Eyemaxx war erst im Sommer 2018 mit 14 Prozent eingestiegen. Noch heuer war der Anteil auf 26 Prozent ausgebaut worden. Dem "Immobilien-Magazin" zufolge hatte Eyemaxx überwiegend das eigene Privatkunden-Bauträgergeschäft in Österreich und Deutschland eingebracht. (eml)