Ein Teil der internationalen Immobilienbranche sitzt auf zu viel Geld. Denn die nicht-börsennotierten Immobilienfonds und ähnliche Anlagestrategien verfügen über Kapitalreserven ("Dry Powder") von 70 Prozent des durch Investoren zugesagten Kapitals, berichtet der europäische Immobilienfondsverband Inrev. "Die Anhäufung von nicht eingesetztem Kapital aus den Vorjahren sowie geringere Transaktionsvolumina belasten weiterhin die Aktivitäten zur Beschaffung von neuem Kapital", teilte die Organisation mit.

Trotzdem sammelten die Investmentgesellschaften im vorigen Jahr weltweit mindestens 117 Milliarden Euro für nicht-börsennotierte Immobilienvehikel ein. In den vergangenen beiden Jahren war das Fundraising-Ergebnis in etwa auf dem gleichen Niveau. Laut Inrev haben 2025 vor allem Versicherungen und Pensionsfonds durch erhöhte Investitionszusagen dafür gesorgt, dass das Vertriebsvolumen nicht zurückgeht, obwohl die Immobilienmärkte mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sind.

Immobilienperformance wieder klar positiv
Die gefragtesten Märkte sind unverändert Nordamerika und Europa. Die Kapitalzusagen für nordamerikanische Investmentstrategien stiegen 2025 um 16 Prozent auf 43 Milliarden Euro. Für Europa stellten die Anleger mit 35 Milliarden Euro sogar um ein Fünftel mehr zur Verfügung als im Jahr 2024.

Zur Performance der europäischen Immobilien berichtete der Inrev kürzlich, dass einerseits 2025 die Ertragsrendite von 4,28 Prozent im Jahr 2024 auf 4,17 Prozent gesunken ist. Andererseits stieg die Gesamtrendite um 116 Basispunkte auf 6,17 Prozent. Die Differenz ist auf das Kapitalwachstum zurückzuführen. Die Ergebnisse beziehen sich laut Inrev auf die Performance von rund 7.300 Assets. Im Vergleich zu den Jahren 2022 und 2023, in denen das Kapitalwachstum und die Gesamtrendite negativ waren, hat sich die Assetklasse in den vergangenen beiden Jahren wieder erholt. (ae)