Immobilienmarkt: Neubau im Krisenmodus
Der Immobilienmarkt entwickelt sich asymmetrisch, zeigen Marktberichte. Während die Nachfrage beim Wohnen steigt, laufen Gewerbeimmobilien schlecht. Die Bauwirtschaft selbst leidet.
Ginge es nach den Umsatzzahlen, hat Österreich auf den ersten Blick die jüngste Immobilienkrise überwunden. Der Transaktionsmarkt hat sich 2025 eindrucksvoll erholt: Knapp 118.000 Immobilien wechselten den Eigentümer, um 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Die in den Grundbüchern erfassten Kaufpreise stiegen sogar um 20 Prozent auf 34,6 Milliarden Euro. In nahezu allen Transaktionssegmenten lagen die Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich. Auch im ersten Quartal 2026 stieg dem Vernehmen nach die private Nachfrage nach Immobilien, da sich die Interessenten von den geopolitischen und wirtschaftlichen Krisen offenbar nicht beeindrucken lassen.
Doch der Schein trügt: Die Immobilienkrise ist noch nicht ausgestanden, und die Insolvenzwelle rollt weiter. In den vergangenen Wochen mussten erneut zahlreiche mehr oder weniger bekannte Bau- und Immobiliengesellschaften Insolvenz anmelden. Dabei hat die Entwicklung des Immobilienmarkts seit 2022 bereits viele Opfer gefordert, indem sich Insolvenzen und Zwangsversteigerungen häuften, berichtet FONDS professionell ausführlich in der Ausgabe 1/2026.
Gewerbeimmobilien im Visier
Während sich die Lage im Wohnimmobilienmarkt aus Finanzierungssicht entspannt hat, befinden sich zurzeit die Gewerbeimmobilien im Visier der Finanzaufsicht. Die Kreditausfallrate (NPL-Quote) ist in der jüngeren Vergangenheit stark gestiegen. Ende Dezember lag sie bei über acht Prozent. Deshalb wurde wie berichtet die Kreditvergabe bei Gewerbeimmobilien weiter verschärft. Ende März präsentierte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ein neues interaktives Gewerbeimmobilien-Dashboard. Mit diesem Tool werden zentrale Daten und Analysen zum österreichischen Gewerbeimmobilienmarkt gebündelt und öffentlich zugänglich gemacht. Gewerbeimmobilienkredite sind systemrelevant, da sie einen Anteil von rund 43 Prozent an allen Unternehmenskrediten haben.
Ein strukturelles Problem für die Bau- und Immobilienwirtschaft sind die hohen Gestehungskosten. Die Kosten, die den Bauunternehmern im Wohnungs- und Siedlungsbau bei der Ausführung von Bauleistungen entstehen, steigen laut Statistik Austria nach einem kurzen Rückgang im Jahr 2024 seit dem vergangenen Jahr wieder. Und in den ersten beiden Monaten 2026 kletterten sie weiter nach oben. Gravierend ist die langfristige Veränderung: Denn in den vergangenen fünf Jahren verteuerten sich nach einem heftigen Preissprung im Jahr 2022 die Baukosten um 25,4 Prozent. (ae)
Den ausführlichen Bericht über die Gesamtentwicklung des heimischen Immobilienmarktes lesen Sie in der FONDS professionell-Ausgabe 1/2026 ab Seite 160 oder nach Anmeldung auch hier im E-Magazin.















