Immobilienkredite: Dämpfer nach gutem ersten Halbjahr
Das Neugeschäft mit Wohnbaukrediten wuchs im ersten Halbjahr um ein Fünftel. Doch der Vorzieheffekt ist verpufft – und die Zinsen drehen nach oben.
Trotz erheblicher wirtschaftlicher Unsicherheiten investieren die Österreicher wieder mehr in Wohnimmobilien. Daher ist das Kreditgeschäft im ersten Halbjahr 2026 deutlich besser als in den vergangenen drei Jahren gelaufen. Die Banken reichten an private Haushalte Kredite im Volumen von 9,41 Milliarden Euro aus, nach 7,85 Milliarden im Vergleichszeitraum 2025. Das ist ein Plus von knapp 20 Prozent.
Allein im Juni wurden 2,04 Milliarden Euro neu vereinbart. Damit wurde der höchste Monatswert seit dem Boomjahr 2022 erreicht. Im Juli erfuhr das Neugeschäft jedoch einen Dämpfer. Neue Kredite wurden "nur noch" im Umfang von 1,3 Milliarden Euro vergeben. Das ist nicht nur deutlich weniger als im Vormonat, sondern auch ein Rückgang im Vergleich zum Juli 2025, in dem sich die Kreditabschlüsse auf 1,6 Milliarden Euro beliefen.
Endspurt
Diese Entwicklung steht auch mit einem Vorzieheffekt in Verbindung: Mit Ende Juni lief die Befreiung von Grundbuch- und Pfandrechtseintragungsgebühr für selbst genutzten Wohnraum aus. Das hat, so berichten die Kreditvermittler, zu einem Endspurt der Kunden geführt. Für das zweite Halbjahr schwanken die Marktteilnehmer zwischen Optimismus und Zurückhaltung. Obwohl die Nachfrage von Kaufinteressenten vorhanden ist, könnten die steigenden Zinsen das Neugeschäft wieder verlangsamen. (ae)
Einen ausführlichen Bericht über die Entwicklung des Kreditneugeschäfts in diesem Jahr und Markteinschätzungen von Banken und Vermittlern lesen Sie in der FONDS professionell-Ausgabe 3/2026, die Abonneneten in diesen Tagen zugestellt wird.















