Immobilienfonds: "Das Produkt auf die richtige Größe konsolidieren"
Die Hiobsbotschaften aus dem Immobilienfondsbereich scheinen kaum zu enden. Nach einem turbulenten ersten Halbjahr diskutierte FONDS professionell mit vier Branchenvertretern über Vertrauensverlust, Regulatorik, Liquidität – und die Frage, wie sich die Produktkategorie neu aufstellt.
Die offenen Immobilienfonds bleiben im Krisenmodus. Ende vergangener Woche gab in Deutschland die UBS bekannt, dass der Fonds UBS Euroinvest Immobilien abgewickelt wird. Die Finanzaufsichten in Deutschland und Österreich haben die Fonds seit Längerem im Visier, wobei es dabei in erster Linie um das Bewertungsthema und um die Risikoeinstufung geht. Denn die Praxis zeigt einmal mehr, dass Immobilienfonds vor Bewertungskorrekturen und Verlusten nicht gefeit sind.
Das ist einer der Gründe, warum die Anleger weiterhin aus den Produkten aussteigen. Von Anfang Jänner bis Ende August schrumpfte das Volumen des österreichischen Immobilien-Investmentfondsmarkts laut VÖIG netto um 840 Millionen Euro. Das kumulierte Fondsvolumen schrumpfte binnen zwölf Monaten von rund 7,1 auf knapp sechs Milliarden Euro. Die Fondsmanager und die Vertriebe müssen sich etwas einfallen lassen, um das Ruder herumzureißen.
Die Kundenrückkehr benötigt Überzeugungsarbeit
"Wir müssen das Behalte-Thema positiv positionieren und die Betreuer müssen es richtig transportieren", sagte Peter Czapek, CEO der Bank Austria Real Invest, beim FONDS professionell-Roundtable zur Lage der offenen Immobilienfonds. Es ist, da sind sich alle Teilnehmer einig, viel Vertrauen auf Anlegerseite verloren gegangen. Es zurückzugewinnen, bedeutet eine Menge Arbeit für die Produktanbieter und Berater. Die Performance der Fonds war zuletzt eher enttäuschend.
Daher ist Peter Karl, CEO der Erste Immobilien, überzeugt: "Es geht in Richtung Redimensionierung und Repositionierung." Er berichtet von einem interessanten Phänomen: Während in Deutschland und Österreich Tristesse herrscht, läuft das Immobiliengeschäft in Osteuropa vergleichsweise gut. "In Tschechien hatten wir letztes Jahr das historisch höchste Transaktionsvolumen", so Karl. Und in der Slowakei sei der Erste Immobilienfonds "derzeit das bestverkaufte Produkt überhaupt". (ae)
Die Diskussionsrunde mit Peter Czapek (CEO Bank Austria Real Invest), Peter Karl (CEO Erste Immobilien), Louis Obrowsky (Geschäftsführer LLB Immo) und Christian Schitton (Geschäftsführer D-Darks) lesen Sie in der soeben erschienenen Ausgabe 3/2026 von FONDS professionell ab Seite 144 und im E-Magazin.















