Die fortgesetzten Krisen holen den Immobilienmarkt erneut ein. Denn die Kreditbedingungen haben sich im Laufe des ersten Quartals 2026 in den meisten europäischen Ländern deutlich verschlechtert, berichtet die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) in ihrem aktuellen "Europan Property Monitor". Es blieb zwar der "Global Commercial Property Sentiment Index", der Stimmungsindikator für den gewerblichen Immobiliensektor, in den ersten drei Monaten dieses Jahres nahezu unverändert. Allerdings habe es unter dem zunehmenden makroökonomischen Druck in mehreren Ländern "bemerkenswerte Verschiebungen" gegeben.

Besorgniserregende Rückmeldungen aus Europa
"Die Kreditbedingungen verschlechtern sich drastisch, da Inflationsängste Sorgen um steigende Zinsen schüren", heißt es in dem Bericht über den europäischen Markt. Die Rückmeldungen aus einigen Ländern seien besorgniserregender als in der globalen Betrachtung. Weltweit ist der Netto-Saldo der Kreditbedingungen von 23 Prozent im Jahr 2025 auf fünf Prozent im ersten Quartal gesunken. Aber in Europa haben sich die Konditionen im bisherigen Jahresverlauf markant verschlechtert. Am stärksten schwächte sich der Kreditindikator in Irland (Netto-Saldo von -55 %), Frankreich (-52 %), Zypern (-49 %), Großbritannien und Italien (-46 %) sowie Deutschland (-44 %) ab. Im Vergleich dazu konnte sich Österreich mit minus 25 Prozent relativ gesehen behaupten.

Krisen bremsen die Immobilienbranche aus
"Bemerkenswert ist, dass die Märkte, die die größten Veränderungen verzeichneten, tendenziell ein gemeinsames Merkmal aufweisen, nämlich eine relativ hohe Anfälligkeit für importierte Inflation durch Energiepreise", stellt der Immobilienverband fest. Aus Deutschland sei gemeldet worden, dass bei Einzelhandelsimmobilien das derzeitige politische Klima und die Sorge um steigende Kosten, sei es für Einzelhändler oder für Verbraucher, zu einem zurückhaltenden Ausgabeklima führten. Dies setze die Mietverträge unter Druck. Generell beeinträchtige die makroökonomische Lage die Sicherheit von Prognosen.

Vertreter von RICS in Österreich gaben an, dass angesichts der zunehmenden Unsicherheit aufgrund des Krieges im Nahen Osten Investoren, Banken und Bauträger ihre Aktivitäten gedrosselt und begonnen hätten, Transaktionen auf Eis zu legen. Insgesamt seien die Auswirkungen des Konflikts im Iran aber noch nicht absehbar. (ae)