Die Aktivität am heimischen M&A-Markt (Merger & Acquisitions) steigt. Zwischen Jänner und Juni 2026 wurden 131Transaktionen mit österreichischer Beteiligung angekündigt. Das sind elf Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025 mit 118 Deals, teilt die Beratungsgesellschaft EY mit.

Ein positives Signal, angesichts der verhaltenen Konjunktur, der geopolitisch weiter schwierigen Lage und der hohen Finanzierungskosten, schreibt EY-Partner Robert Hufnagel in einer Aussendung. Viele Unternehmen könnten nicht auf ein besseres Umfeld warten, Zukäufe seien für sie nötig, um Digitalisierung, Effizienz und Internationalisierung auszubauen.

Private Equity oder Venture Capital spielen fast keine Rolle
Dominiert wird der österreichische M&A-Markt fast vollständig von strategischen Investoren – also Unternehmen, die ihr eigenes Geschäft stärken wollen. Auf sie entfallen 124 der 131 Transaktionen. Finanzinvestoren waren an nur sieben Transaktionen beteiligt.

"Auffällig" sei das starke Interesse ausländischer Käufer an österreichischen Unternehmen: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 55 Inbound-Transaktionen angekündigt (plus 14,6 Prozent). Inbound-Deals machten 42 Prozent aller Transaktionen aus. Österreich bleibe für internationale Käufer attraktiv. "Vor allem dort, wo Unternehmen technologisches Know-how, spezialisierte Industriekompetenz oder starke Marktpositionen mitbringen", so Hufnagel.

Käufe im Ausland: Deutschland wichtigster Markt
Auch Outbound-Deals legten deutlich zu. Österreichische Unternehmen kündigten im ersten Halbjahr 52 Transaktionen im Ausland an – ein Plus von 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das veröffentlichte Outbound-Volumen erreichte rund 1,6 Milliarden Euro. Dieser Wert wurde stark durch die angekündigte Bawag-Transaktion in Irland geprägt. Wichtigstes Zielland ist aber Deutschland, gefolgt von Italien, Rumänien, Schweden und den USA.

Während die Zahl der Transaktionen anstieg, ist im laufenden Jahr das Transaktionsvolumen gesunken: 5,6 Milliarden Euro bedeuten ein Minus von 67,6 Prozent. Das erste Halbjahr 2025 war jedoch durch sehr große Transaktionen wie OMV/Borouge und Erste Group/Santander Polen geprägt.

Die größten Deals 2026
Zu den größten angekündigten Deals im Jahr 2026 mit österreichischer Beteiligung zählen die Übernahme der irischen Permanent TSB Group Holdings plc durch die Bawag mit einem Volumen von rund 1,6 Milliarden Euro, das Pflichtangebot der Ennoconn Corporation für ausstehende Aktien der oberösterreichischen Kontron AG (einst S&T) mit rund 1,45 Milliarden Euro sowie der Bieterwettbewerb um die Addiko Bank. Die fünf größten Transaktionen kamen laut EY zusammen auf ein veröffentlichtes Volumen von rund 4,9 Milliarden Euro. (eml)