Hamilton Lane zu Private Markets: "Büchse der Pandora ist geöffnet"
Der Spezialist für Private Markets bleibt zwar insgesamt optimistisch für das Segment, spricht in seinem jährlichen Report aber von einem tiefgreifendem Wandel, der bevorstehe. Für Investoren werde es künftig stärker um Manager-Auswahl, Robustheit und Anpassungsfähigkeit gehen.
Hamilton Lane, nach eigenem Verständnis einer der weltweit führenden Investmentmanager im Bereich Private Markets, hat seinen jährlichen "Market Overview" veröffentlicht. Der Report stützt sich auf die firmeneigene Datenbank, die mehr als 69.000 Fonds und 63 Geschäftsjahre umfasst, und kommt bei der Analyse der globalen Privatmärkte zu dem Schluss, dass die kommenden fünf Jahre die Investmentlandschaft stärker verändern könnten als jeder andere Zeitraum der jüngeren Vergangenheit.
Geopolitische Fragmentierung, Zollspannungen, veränderte geldpolitische Bedingungen und rasante technologische Disruption werden dem Bericht zufolge zu einer zunehmenden Volatilität führen. "Die Büchse der Pandora wurde geöffnet und lässt sich jetzt nicht mehr schließen", erklärt Executive Co-Chairman Mario Giannini dazu. Investoren müssten künftig weniger auf Gewissheit, sondern stärker auf Manager-Auswahl sowie Anpassungsfähigkeit setzen.
KI als wichtigster Treiber
Künstliche Intelligenz (KI) gilt dem Report zufolge als bedeutendste Triebkraft für Renditen und Investmentaktivität. Während die Public Markets eine starke Konzentration auf eine kleine Gruppe KI-naher Unternehmen aufweisen würden, könnten Private Markets, insbesondere Venture Capital, ein breiteres Exposure in diesem Bereich ermöglichen und damit als Diversifikationsinstrument in zunehmend konzentrierten Märkten wirken.
Starke Fundamentaldaten macht Hamilton Lane im Bereich Secondaries aus. Das Angebot übersteige weiterhin das verfügbare Kapital, was attraktive Einstiegspreise und schnelleres Deployment ermögliche. Gemeint ist im Kontext von Private Markets ganz allgemein der Prozess, zugesagtes Kapital tatsächlich zu investieren, sprich das "Ausrollen" von Kapital in konkrete Investments. Da der Secondaries-Markt nur rund zwei Prozent des Gesamtmarktes ausmache, verfüge er über erhebliches Wachstumspotenzial.
Auch Private Credit bewertet der Report positiv und weist eine Blase ausdrücklich zurück. Die Anlageklasse habe in jedem der vergangenen 24 Jahre ihre öffentliche Benchmark übertroffen, in den letzten zehn Jahren um mehrere Hundert Basispunkte, und dürfte sich über verschiedene Marktzyklen hinweg als widerstandsfähiger erweisen im Vergleich zu syndizierten Bankkrediten.
Anlegerfreundliche Strukturen sind nicht zwangsläufig Renditekiller
Bei der Performance-Analyse hebt der Report hervor, dass 2025 das zweitstärkste Jahr aller Zeiten bei den Gesamtausschüttungen war, wenngleich die Ausschüttungsdynamik in Private Equity und Real Assets aufgrund eines vorsichtigen Exit-Umfelds gedämpft ausgefallen sei. Private Equity habe über die meisten Zeiträume mit langfristiger Outperformance gegenüber den Public Markets überzeugt. Bemerkenswert sei zudem, dass Evergreen-Fonds mit Secondaries-Fokus vergleichbare geschlossene Fonds über Ein- und Drei-Jahres-Zeiträume übertroffen haben. Ein Befund, mit dem die Leute bei Hamilton Lane der verbreiteten Annahme widersprechen, dass anlegerfreundlichere Strukturen und Liquiditätsoptionen zwangsläufig auf Kosten der Rendite gehen.
Die Bewertungsmultiplikatoren nicht realisierter Deals der Jahrgänge 2021 bis 2022 stehen dem Bericht zufolge weiterhin im Einklang mit den Fundamentaldaten und den Bewertungsanstiegen bei börsennotierten Anlagen. "Investmenterfolg wird davon abhängen, sich an neue Vehikel, Liquiditätsmodelle und Marktdynamiken anzupassen", glaubt Giannini. (hh)















