Der Private-Equity-Markt durchlebt zurzeit eine schwierigere Phase. Im ersten Quartal 2026 ging die Investitionsaktivität der Investoren in Europa deutlich zurück, berichtet die Strategie- und Transaktionsberatung EY-Parthenon. Es wurden 347 Transaktionen gezählt, das sind zehn Prozent weniger als im ersten Quartal 2025. In Deutschland beträgt das Minus 19 Prozent. "Private-Equity-Investoren agieren derzeit sehr selektiv. Gerade die unsicheren geopolitischen Rahmenbedingungen erschweren tragfähige Investmententscheidungen – insbesondere im Mid-Market", meint Sandra Krusch, Managing Partner von EY-Parthenon.

Im Gegensatz dazu zogen die Exits in Europa an. Die Zahl der Verkäufe aus den Fondsportfolios stieg um 13 Prozent auf 196 Deals. Treiber dieser Entwicklung waren vor allem Verkäufe an strategische und andere Private-Equity-Investoren, während IPOs mit lediglich drei Abschlüssen weiterhin deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt blieben. "Dass die Zahl der Exits europaweit steigt, ist ein gutes Signal für den Markt. Seit dem Ende der Niedrigzinsphase lässt sich Wertsteigerung mehrheitlich durch einen klaren Fokus auf operative Exzellenz und nachhaltige Wertschöpfung erzielen", sagt Cord Stümke, PE Leader Europe West von EY-Parthenon. 

Private Equity rückt für Private näher
Beides, nämlich aussichtsreiche Investments und erfolgreiche Exits, benötigen die Publikums-AIF und European Long-Termin Investmentfonds (ELTIF) dringend, um den Vertrieb aktueller Produkte anzukurbeln. Große Hoffnungen hegten zuletzt die ELTIF-Anbieter, über die Privatanleger niederschwellig in die Private Markets, insbesondere in die Assetklasse Private Equity, investieren können.

Einer dieser Anbieter ist die HMW Gruppe, die mit den direkt investierenden MIG Fonds in der Assetklasse Venture Capital groß wurde. Vor der AIFM-Regulierung war das bayerische Unternehmen, das bisher 1,3 Milliarden Euro bei Anlegern einsammelte, auch in Österreich vertrieblich erfolgreich. Durch die AIFM-Regulierung wurde der Fondsvertrieb in Österreich aber stark eingeschränkt. 

Neues Produkt auf Kundenwunsch
Jetzt hofft das Unternehmen auf ein Comeback. Allerdings beschreitet HMW gewissermaßen neue Wege: Der "Rockphant" ist als semiliquider ELTIF strukturiert und wird als Dachfonds seinen Investitionsschwerpunkt auf Beteiligungen an Venture-Capital-Fonds legen. In den entscheidenden Punkten wird sich jedoch nicht viel ändern, erläutert HMW-Vorstand Matthias Hallweger im Gespräch mit FONDS professionell. Die Mindestbeteiligung beträgt nur einen Euro. Das könnte Anleger, für die das langfristige Investment eigentlich nicht geeignet ist, anlocken, zumal die Fondsbeteiligung mit einer Frist gekündigt werden kann. Daher stellt Hallweger im Interview klar: "Der ELTIF ist kein Produkt zum Traden, und deshalb haben wir bewusst Ausstiegshürden gesetzt."

Warum es angesichts der langen Historie mit "klassischen" geschlossenen Fonds dieses Produkt überhaupt gibt, erklärt Hallweger so: "Aus dem Kreis unserer Vermittler und Anleger kam die Frage, ob wir neben dem direkt investierenden MIG Fonds ein Produkt mit einer breiteren Streuung bringen können." Der Rockphant sei nun die gewünschte Ergänzung der Produktpalette – ohne den Fokus hinsichtlich der Zielbranchen zu ändern. Wie die Publikums-AIFs investiert der ELTIF in die Themen Deep Tech, künstliche Intelligenz, Automation, Robotik, Umwelttechnologie, Materialtechnik und Life Sciences. (ae)


Das Interview, in dem Matthias Hallweger die Vorzüge des ELTIF und seine Vertriebspläne in Österreich erklärt, lesen Sie in der FONDS professionell-Ausgabe 2/2026 ab Seite 144 und hier im E-Magazin.