Bau- und Immobilienwirtschaft: Insolvenzwelle rollt weiter
Die nachhaltige Erholung der Wirtschaft lässt auf sich warten und in dem problembehafteten Umfeld bleiben immer mehr Unternehmen auf der Strecke.
Aller Sonntagsreden zum Trotz ist die aktuelle Wirtschaftskrise noch nicht ausgestanden. Im ersten Quartal 2026 gab es in Österreich 1.936 Firmeninsolvenzen. Das sind um 5,4 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, berichtete der AKV Alpenländische Kreditorenverband. Somit setzt sich das Drama fort: in den vergangenen drei Jahren verzeichnete Rekordzahlen bei den Pleiten.
An der Spitze der Branchenstatistik steht die Bauwirtschaft. Hier gab es im ersten Quartal 261 Insolvenzen. "Die hohen Finanzierungskosten und strengen Kreditregeln belasten weiterhin die Baubranche und führen vor allem im Wohnbau und in der Immobilienentwicklung weiterhin zu zahlreichen Insolvenzen. Erste Anzeichen einer Entspannung wurden für 2026 prognostiziert, sind aber am Insolvenzsektor noch nicht erkennbar", erläutert der AKV.
Schwierige Gemengelage
Auch in den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Insolvenzanträge aus der Bau- und Immobilienwirtschaft. Kürzlich erwischte es den bekannten Ziviltechniker und Projektentwickler Gerhard Kraml persönlich. Er beantragte ein Konkursverfahren, nachdem zuvor aus seinem Wirkungsbereich etwa die Immobilien Invest & Partner First GesmbH Insolvenz angemeldet hatte. Kramls Verbindlichkeiten belaufen sich laut Creditreform auf rund 33 Millionen Euro.
Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind Berichten zufolge die angespannte Konjunkturlage, uneinbringliche Mietforderungen und sinkende Verkehrswerte bei fremdfinanzierten Liegenschaften. Sanierungsbemühungen zur Vermeidung der Insolvenz waren jedoch nicht erfolgreich. (ae)















