Am österreichischen Immobilienmarkt ist vom Iran-Krieg nach Analystenmeinung bisher kaum etwas zu sehen. Denn auch im zweiten Quartal ist Wohneigentum um 0,7 Prozent teurer geworden. Im ersten Halbjahr lag das Plus bei 1,8 Prozent. Österreichweit sind Immobilien damit nur noch um 1,5 Prozent günstiger als im dritten Quartal 2022, in dem historisch betrachtet der bisherige "Preisgipfel" erreicht wurde. "Höhere Zinsen haben Wohneigentum wieder etwas weniger leistbar, aber nicht unleistbar gemacht", heißt es in der aktuellen Ausgabe von "Blickpunkt Immobilien" von Raiffeisen Research. Die Analysten gehen davon aus, dass die Preise "trotz Iran-Kriegs weiter steigen".

Möglicherweise spielt bei dieser dynamischen Entwicklung im ersten Halbjahr eine Rolle, dass die temporäre Gebührenbefreiung beim Immobilienkauf mit 30. Juni 2026 ausgelaufen ist. "Das hat bei dem einen oder anderen potenziellen Immobilienkäufer den Entscheidungsprozess beschleunigt", meinen die Analysten. Diese Annahme lässt sich mit der Entwicklung des Kreditneugeschäfts untermauern. Im zweiten Quartal wurden Wohnkredite im Ausmaß von 5,4 Milliarden Euro vergeben – das sind 40 Prozent mehr als im ersten Quartal 2026. Und im Juni beliefen sich die Kreditzusagen auf zwei Milliarden Euro. Dieses Geschäftsaufkommen gab es zuletzt im Juli 2022.

Neubau teurer als Gebrauchtimmobilien
Bei der Betrachtung der Preisentwicklung ist eine Differenzierung notwendig. Neubau-Immobilien wurden zwar teurer, aber die Preise gebrauchter Immobilien sind teilweise stabil geblieben oder gesunken. Wer im ersten Halbjahr 2026 in Wien eine Neubauwohnung gekauft hat, musste laut Raiffeisen Research ein Prozent mehr bezahlen als Ende 2025. Gebrauchte Wohnungen sind dagegen kaum teurer geworden (plus 0,1 Prozent). Im Rest Österreichs stiegen die Neubaupreise bei Wohnungen um 4,1 Prozent und damit fast doppelt so stark wie bei den gebrauchten Einheiten (plus 2,2 Prozent). "Seit dem dritten Quartal 2022 sind Neubauwohnungen jenseits der Stadtgrenzen Wiens um sage und schreibe 11,9 Prozent teurer geworden, ältere Wohnungen sind dagegen immer noch um 2,9 Prozent billiger zu haben", berichtet Raiffeisen. (ae)