Bank-Analyse: "Trendwende am Immobilienmarkt"
Der Wohnimmobilienmarkt begibt sich aus dem Dornröschenschlaf. Das Käuferinteresse nimmt zu, gleichzeitig können sich weiterhin viele Eigentum nicht leisten. Das treibt die Mieten nach oben.
Ein positiver Bericht über die Lage auf dem österreichischen Wohnimmobilienmarkt kommt von der Unicredit Bank Austria. "Der Rückgang der Immobilienpreise, hohe Einkommenszuwächse und die Lockerung der Geldpolitik haben den Erwerb von Wohneigentum in Österreich in den vergangenen zweieinhalb Jahren wieder leistbarer gemacht“, erklärt ihr Chefökonom Stefan Bruckbauer. Der reale Wert der verfügbaren Haushaltseinkommen habe sich bezogen auf die Immobilienpreise um 28 Prozent erhöht.
Nach Angaben der Bank kostete Mitte 2025 eine Eigentumswohnung österreichweit durchschnittlich knapp 4.000 Euro pro Quadratmeter. Das sind sieben Prozent weniger als im Jahr 2022. Der Preis für ein Einfamilienhaus beträgt zurzeit im Schnitt rund 2.700 Euro pro Quadratmeter (minus 6,9 Prozent). Unter Berücksichtigung der gestiegenen Haushaltseinkommen müssen Käufer für eine 100 Quadratmeter große Wohnung "nur" knapp zwölf Jahreseinkommen aufbringen. 2022 waren laut Bank Austria noch 15,5 Jahresgehälter erforderlich.
Preis- und Zinsrückgänge regen das Käuferinteresse an
Da die EZB die Leitzinsen seit dem vergangenen Jahr deutlich abgesenkt hat, sind die Wohnbaukredite wieder günstiger geworden. Dadurch ist die Nachfrage erheblich gestiegen. Im ersten Halbjahr 2025 wurden wie berichtet im Vergleich zum Vorjahr um rund 60 Prozent mehr private Immobilienkredite vergeben. Nun rechnen die Analysten der Bank mit "moderat etwa auf Niveau der allgemeinen Inflation" steigenden Preisen in den nächsten Jahren.
Die erfreulich anmutenden Nachrichten haben einen Wermutstropfen. Im Vergleich zum Jahr 2008 sind die Immobilienpreise trotz einer Preiskorrektur immer noch sehr viel teurer. Damals kostete eine Eigentumswohnung im Durchschnitt nur 8,5 Jahreseinkommen, berichtet die Bank Austria. Konkret heißt das: Das Verhältnis zwischen den Immobilienpreisen auf Basis des Immobilienpreisindex der OeNB und dem Median des verfügbaren Äquivalenzeinkommens weist zur Jahresmitte 2025 auf eine Verringerung der Leistbarkeit um fast 30 Prozent gegenüber 2008 hin.
Steigendes Renditepotenzial in der Vermietung
"Das schließt viele Haushalte weiterhin vom Erwerb von Wohneigentum aus", so Bruckbauer. Demzufolge wird die Nachfrage nach Mietobjekten in den Ballungsgebieten hoch bleiben. Ein weiterer Anstieg der Mieten, die laut Bank Austria seit 2022 um 17 Prozent zulegten, ist zu erwarten. Für Investoren ist das positiv, meint Ökonom Walter Pudschedl: "Das lässt eine anhaltend höhere Dynamik der Renditen in der Vermietung in den kommenden Jahren erwarten." (ae)















