Analyse: Österreich braucht mehr Pflegeimmobilien
Der demografische Wandel, durch den die Bevölkerung im Durchschnitt wesentlich älter wird, sorgt für einen steigenden Bedarf an Pflegeeinrichtungen.
Bis 2050 entsteht in Österreich laut einer aktuellen Studie des Immobiliendienstleisters CBRE zusätzlicher Bedarf von rund 50.000 stationären Pflegebetten. "Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie gut es gelingt, diesen Mehrbedarf finanziell nachhaltig zu bewältigen", berichtet Marc Steinke, Head of Research bei CBRE Austria.
Besonders hoch sei der Druck in den urbanen Ballungsräumen der Ostregion, also in Wien und in Niederösterreich. Hier rechnet CBRE mit einem Bedarf von rund 15.600 zusätzlichen Betten. Das erhöht wiederum den Druck auf die Projektentwickler und Bauträger, in den ohnehin schon stark gefragten Ballungszentren geeignete Grundstücke, insbesondere in gut angebundenen Lagen mit medizinischer Infrastruktur, zu finden.
Zahl der Pflegebedürftigen steigt stark
Hintergrund für die Bedarfsanalyse ist der demografische Wandel, der schon seit vielen Jahren eine älter werdende Gesellschaft entstehen lässt. Aktuellen Prognosen zufolge steigt die Zahl der über 75-Jährigen von derzeit rund 901.000 Personen bis zum Jahr 2040 auf circa 1,3 Millionen. Im Jahr 2024 benötigten etwa 259.000 Personen Pflege- und Betreuungsleistungen. Mehr als die Hälfte erhielt eine mobile Hauskrankenpflege, während 37 Prozent, das sind rund 96.000 Menschen, in stationärer Pflege untergebracht waren.
Laut CBRE gibt es aktuell circa 900 Pflegeheime mit 78.300 Betten in Österreich, die in erster Linie von öffentlichen und gemeinnützigen Trägern geführt werden. Auch die Immobilien sind oft im Eigentum der öffentlichen Hand. Die budgetäre Situation von Ländern und Gemeinden könnte, so CBRE, dazu führen, dass in naher Zukunft private Investoren in den heimischen Pflegeimmobilienmarkt einsteigen. (ae)















