Wohnungssuchende schrauben ihre Erwartungen zurück. Aufgrund der Mietpreisentwicklung stellt das an sich keine Überraschung dar, jedoch untermauert dies eine aktuelle Datenanalyse der Plattform Immoscout24. Eine Auswertung jener zehn Prozent der Mietwohnungsinserate, die von Jänner bis Mai 2026 mit Abstand die meisten Anfragen erhielten, ergab, dass österreichweit im Durchschnitt 2,3 Zimmer mit insgesamt 57 Quadratmeter Wohnfläche gesucht wurden. Die Durchschnittsmiete lag bei 859 Euro brutto. 

Vor einem Jahr hatten die erfolgreichsten zehn Prozent Inserate eine durchschnittliche Wohnungsgröße von 60 Quadratmetern, wobei die Miete im Mittel nur 818 Euro betrug. Demzufolge stieg binnen eines Jahres die durchschnittliche Angebotsmiete von rund 13,60 auf zirka 15,10 Euro. "Die Daten zeigen, dass Wohnungssuchende ihre Erwartungen an die Realität des Marktes anpassen. Die begehrtesten Mietwohnungen werden kleiner, gleichzeitig steigt das akzeptierte Mietniveau. Wer heute eine leistbare Wohnung sucht, ist bereit, bei der Wohnfläche Kompromisse einzugehen", kommentiert Immoscout24-Geschäftsführer Joseph Obiegbu die Analyse.

Enorme Unterschiede
Die regionalen Preisunterschiede am österreichischen Mietmarkt sind sehr groß. Zwischen der Steiermark als günstigstem und Vorarlberg als teuerstem Bundesland liegen bei den meistgesuchten Mietwohnungen durchschnittlich 374 Euro pro Monat. In Vorarlberg wurden durchschnittlich 1.096 Euro pro Monat für 60 Quadratmeter aufgerufen, dahinter folgen Tirol mit 1.082 Euro (53 Quadratmeter) und Salzburg mit 1.046 Euro (52 Quadratmeter). 

Vergleichsweise günstig sind die begehrtesten Angebote in der Steiermark (722 Euro, 55 Quadratmeter), in Kärnten (768 Euro, 54 Quadratmeter), Oberösterreich (770 Euro, 56 Quadratmeter) und im Burgenland (788 Euro, 67 Quadratmeter). Auffällig sind zudem große Preissprünge. In Wien schnellte die Durchschnittsmiete von 877 auf 944 Euro in die Höhe. In Niederösterreich zog der Preis ebenfalls spürbar von 805 auf 867 Euro an. (ae)