Analyse: Iran-Krieg kann Immobilienmarkt nichts anhaben
Der militärisch ausgetragene Konflikt im Nahen Osten belastet die Wirtschaft. Für den Immobilienmarkt ist die Raiffeisen Bank International dennoch zuversichtlich.
Der Iran-Krieg verunsichert die Investoren weltweit. Auch der ATX verlor in den vergangenen vier Wochen rund sechs Prozent. In der nicht-börsennotierten Sachwertbranche wird unterdessen diskutiert, inwieweit sich die Auseinandersetzungen im Nahen Osten auf den heimischen Immobilienmarkt, der zuletzt Erholungstendenzen zeigte, auswirken. Raiffeisen Research rechnet aktuell mit keinen negativen Einflüssen.
Im Basisszenario der am Dienstag (10.3.) veröffentlichten Analyse wird angenommen, dass der Konflikt "nur ein paar Wochen dauert und die Energiepreise nicht (viel) weiter und nachhaltig ansteigen". Daher seien die Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum, Inflation und Zinsen überschaubar. Nur im "Extremszenario mit mehrmonatigem Konflikt und markanten Energiepreisanstiegen" würden Wachstum, Inflation und Zinsen beeinflusst werden.
"Preise werden eher steigen"
Die Raiffeisen-Analysten begründen ihre Gelassenheit damit, dass der österreichische Immobilienmarkt krisenerprobt sei und in unsicheren Zeiten Resilienz und Stabilität bewiesen habe. Dabei bezieht sich die Bank auf die langfristige Entwicklung der Wohnimmobilienpreise und die Käufernachfrage, zumal der kreditfinanzierte Eigentumserwerb nach Analystenmeinung wieder leistbar ist. "Zeiten hoher Unsicherheit sind grundsätzlich gute Zeiten für den Wohnimmobilienmarkt", so das Fazit, und es sei eher mit steigenden als mit sinkenden Preisen zu rechnen.
Gar nicht zuversichtlich ist man für die österreichische Wohnbauwirtschaft. Der Wohnbausektor sei schon mit einem schweren Rucksack ins Jahr 2026 gestartet. "Ein längerer Iran-Krieg samt höherer EZB-Zinsen, wie in unserem Extremszenario unterstellt, würde eine Verlängerung der Wohnbaurezession besiegeln", heißt es in dem Research-Papier. Dabei ist allenfalls ein schwacher Trost, dass die Fallhöhe der Bauwirtschaft diesmal eine geringere wäre als im Jahr 2022 nach dem langjährigen Höhenflug der Immobilienbranche. (ae)















