Der rasante Aufstieg der Privatübernachtungs-Plattform Airbnb hat in vielen Metropolen weltweit zu einer Verschärfung der Wohnsituation geführt. Vielerorts gab es wütende Proteste von Einheimischen, weil Wohnungseigentümer ihre Immobilie lieber teuer an Touristen vermieteten, wodurch die Miete und letztendlich auch der Kauf für die Bevölkerung oft unerschwinglich wurden. Die Corona-Pandemie könnte dem nun Einhalt gebieten.  

Laut einer Untersuchung von Innofact im Auftrag des österreichischen Online-Marktplatzes Immobilienscout 24 will die Hälfte der Österreicher Airbnb künftig eher nicht mehr nutzen. Als Hauptgrund wird eine geänderte Einstellung zu Hygienestandards genannt. 27 Prozent fühlen sich nicht mehr so wohl bei dem Gedanken, im Zuhause von fremden Menschen zu übernachten und deren Sanitäranlagen zu benutzen. Weitere 14 Prozent würden aus diversen anderen Gründen von der Miete einer Airbnb-Wohnung Abstand nehmen. Eine Minderheit von knapp 13 Prozent kann sich durchaus vorstellen, auch noch in diesem Jahr eine Airbnb-Wohnung zu mieten.

Wohnungseigentümer reagieren
Laut Immobilienscout 24 würden viele Anbieter diesen "Airbnb-Effekt" ebenfalls erwarten und sich zunehmend wieder um eine langfristige Vermietung bemühen. Das sehe man der sprungartig angestiegenen Verfügbarkeit von Kleinwohnungen auf Immoscout 24. Dort gab es im April im Vergleich zum Vorkrisenzeitraum nahezu eine Verdoppelung des Angebots. 

Insbesondere gelte das für Wien und hier wiederum für den Bereich der sehr kleinen Mietwohnungen bis 60 Quadratmeter, erlätuert Markus Dejmek, Österreich-Chef von Immoscout 24. Statt 2.756 Wohnungen im Jänner waren in Wien im April 5.113 Objekte verfügbar. Vor allem in den touristisch beliebten Innenbezirken 1 bis 8 legte die Anzahl der angebotenen Wohnungen im April rasant zu. Im Mai hat sich die Situation wieder etwas beruhigt und die Zahlen sind rückläufig. "Das Gesamtangebot an Wohnungen bis zu 60 Quadratmeter hat sich im Mai wieder etwas reduziert, lag aber immer noch 13 Prozent über dem Niveau vom Jahresbeginn", so Dejmek. (eml)