Deutschland musste bislang nur einen kleinen Teil der im Zuge des Iran-Kriegs zugesagten Notfallreserven auf den Markt bringen. Nach Angaben eines Sprechers des Bundeswirtschaftsministeriums wurden bisher rund 77 Prozent der freigegebenen 2,647 Millionen Tonnen Rohöl und Mineralölprodukte noch gar nicht angeboten. Die Freigabe war Teil einer internationalen Initiative, mit der mögliche Versorgungsengpässe infolge des Kriegs abgefedert werden sollten. Deutschland habe jedoch von Beginn an vorgesehen, den tatsächlichen Bedarf laufend zu prüfen und nicht zwangsläufig die gesamte zugesagte Menge einzusetzen. Dass der Großteil der Reserven bislang unangetastet blieb, deutet darauf hin, dass Deutschlands Energieversorgung trotz der geopolitischen Spannungen bislang stabil geblieben ist. Zugleich gewinnen die verbliebenen Notfallbestände der Industriestaaten an Bedeutung, falls sich die Lage im Nahen Osten erneut verschärft und weitere Freigaben erforderlich werden.