Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren hat die Europäische Zentralbank (EZB) damit begonnen, auf bei ihr geparkte Einlagen von Banken Negativzinsen zu erheben. Das Hamburger Fintech-Unternehmen Deposit Solutions hat nun ermittelt, wie viel die Geldhäuser der Eurozone dieser Strafzins bislang gekostet hat – und liefert erstmals Indizien dafür, wie stark sich dies auf ihre Ertragskraft niederschlägt.

Das Ergebnis: Im Jahr 2018 überwiesen die Banken der Eurozone rund 7,5 Milliarden Euro an die EZB – das sind rechnerisch gesehen über 20 Millionen Euro pro Tag. Der größte Anteil dieser Zahlungen wird von den deutschen, französischen und niederländischen Banken gestemmt. Allein im Zeitraum 2016 bis 2018 zahlten Banken dieser drei Länder über zwölf Milliarden Euro Negativzinsen an die EZB (Deutschland: 5,7 Mrd. Euro; Frankreich: 4,1 Mrd. Euro; Niederlande: 2,5 Mrd. Euro). Damit tragen die drei Länder bereits 69 Prozent der Gesamtlast der Eurozone-Banken.