Mit den jüngsten Lockdowns wird es für Verbraucher in Europa noch schwieriger, Geld auszugeben – und die bereits hohen Ersparnisse schwellen weiter an. Privathaushalte im Euroraum haben nach Berechnungen der Allianz Cash im Volumen von rund 500 Milliarden Euro angesammelt, das normalerweise für Restaurantbesuche, Einkäufe und Reisen ausgegeben würde, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg". Die weitere Entwicklung hängt davon ab, ob die Arbeitslosigkeit in Schach gehalten werden kann und ob das Pandemietrauma neuem Optimismus weicht.

Auch wenn die Liquidität ungleichmäßig verteilt ist, erwarten Ökonomen, dass die Verbraucher wie im Sommer wieder Geld ausgeben werden, sobald sie wieder die Möglichkeit dazu haben. Die Ersparnisse sollten ab dem zweiten Quartal 2021 wieder zurückgehen, sagte Berenberg-Ökonom Florian Hense. Die Erfahrungen des letzten Jahres hätten gezeigt, dass es eine aufgestaute Nachfrage gebe, die es in der Finanzkrise nicht gab. Laut Allianz-Chefökonom Ludovic Subran könnte die Freigabe von aufgestauten Ersparnissen das BIP-Wachstum 2021 um einen zusätzlichen Prozentpunkt steigern, unter der Annahme, dass 25 Prozent der Mittel ausgegeben werden.