Der Internationale Währungsfonds sieht 4,8 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung in Gefahr, sollte Russland seine Erdgaslieferungen komplett einstellen, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg". Die Auswirkungen würden überwiegend im nächsten Jahr spürbar werden, vor allem durch Produktionseinschnitte und den Verlust der wirtschaftlichen Zuversicht, so die Experten der in Washington ansässigen Institution in einem Bericht. Die Inflation könnte in den Jahren 2022 und 2023 um durchschnittlich zwei Prozentpunkte angefacht werden, hieß es.

Nach der Wartung von Nord Stream 1 ist am Donnerstagmorgen die Gaslieferung durch die deutsch-russische Pipeline zunächst wieder angelaufen. Zuvor war befürchtet worden, Moskau könnte nach der zehntägigen Wartung den Gashahn komplett zulassen und so die Energiekrise weiter verschärfen. Noch ist aber unklar, wie viel Gas Russland nun dauerhaft durch die Leitung transportieren will. Nord Stream 1 ist die wichtigste Gasleitung von Russland nach Deutschland.