Westeuropa hat 2025 die höchste Zahl an Unternehmensinsolvenzen seit mehr als zwei Jahrzehnten verzeichnet. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Creditreform Wirtschaftsforschung hervor. Insgesamt registrierte die Untersuchung 197.610 Unternehmensinsolvenzen. Das entspricht einem Anstieg von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 188.623 Fällen.

"Die Krise ist nicht nur konjunkturell, sie ist strukturell. Ein schwacher Welthandel und geopolitische Risiken setzen Europas Unternehmen zu. Gleichzeitig lähmen hohe Energiepreise und Bürokratie die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Diese doppelte Belastung frisst sich tief in die Substanz vieler Betriebe", erklärt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung in Neuss.

Für die Analyse wurden 14 EU-Staaten sowie Norwegen, die Schweiz und Großbritannien untersucht. Die Mehrheit der Länder verzeichnete 2025 steigende Insolvenzzahlen. Am stärksten stiegen die Unternehmensinsolvenzen in der Schweiz mit plus 35,3 Prozent. Dahinter folgen Griechenland mit plus 24,4 Prozent, Finnland mit plus 12,1 Prozent und Deutschland mit plus 8,8 Prozent. Auch in Österreich nahm die Zahl der Firmenpleiten zu. Mit einem Plus von 4,3 Prozent liegt das Land laut der Analyse allerdings im europäischen Mittelfeld. In sechs Ländern gingen die Insolvenzzahlen hingegen zurück, darunter in den Niederlanden, Irland und Norwegen.

Verteilung der Unternehmensinsolvenzen in Westeuropa 2019 bis 2025
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