Die Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie Mifid II vor rund zwei Jahren war ein Kraftakt für die Branche. Bei der Umstellung klemmte es an einigen Stellen. So kam es bei der Datenübermittlung von den Anbietern zu den Vertrieben zu Problemen, etwa bei Angaben wie den Zielmarktdefinitionen oder den laufenden Kosten. Eine Ursache des Übels war damals das europäische Standard-Format, das sogenannte "European Mifid Template" (EMT). Dieses war erst kurz vor der Umstellung fertig geworden. EMT wird nun von der Version 1.0 auf 3.0 umgestellt. Und manche Branchenteilnehmer warnen erneut vor Ungemach.

"Bei so vielen Umwälzungen in diesem Jahr ist es unwahrscheinlich, dass der Markt für eine vollständige Umstellung auf EMT 3.0 bereit sein wird", sagt Ulf Herbig, Produktchef beim Luxemburger Fondsdatenhaus Kneip. Tatsächlich habe ein Viertel der von Kneip befragten Fondsmanager mitgeteilt, dass sie nicht startklar sein werden. "Vor diesem Hintergrund werden wir wahrscheinlich viele Asset Manager sehen, die bis mindestens März ein paralleles Reporting durchführen."

Doppelte Datenlieferung
Diese doppelte Datenlieferung im alten und neuen Format ist aufwendig. "Das kostet nicht nur Zeit, sondern diese Duplizierung kann sich auch auf den Vertrieb und die Verkaufszahlen der Fonds auswirken und eine größere Zahl an Fehlern verursachen, die zu einem potenziellen Kundenverlust führen können", warnt Kneip-Mann Herbig. So seien etwa manche Zielmarktdefinitionen von EMT 1.0 bei der Version 3.0 nicht mehr gültig. Das neue Format stehe seit dem 10. Dezember bereit.

Weniger problematisch sieht das Update der Marktführer im deutschsprachigen Raum, WM Datenservice. Das Haus "stellt bei allen Gesprächen mit Kapitalverwaltungsgesellschaften fest, dass sich die Branche über den EMT-Versionswechsel und seiner Konsequenzen bewusst ist", heißt es auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Man habe aber keinen genauen Überblick über die Umstellungsaktivitäten der Gesellschaften.

Im Binnengeschäft ändert sich nichts
Im deutschsprachigen Raum ist das EMT-Format zudem nicht allein ausschlaggebend. Denn bei dem in Deutschland und Österreich zwischen den Fondsgesellschaften und den Vertrieben etablierten Mifid-II-Datenkonzept "ändert sich nichts", betont WM Datenservice. Die Frankfurter treten hierbei als Bereitsteller der Datenbankstruktur auf.

Dennoch betont auch WM Datenservice: "Alle Kapitalverwaltungsgesellschaften mit Vertrieb in andere europäische Staaten, die ihre Daten bislang im EMT 1.0-Format organisieren, werden sich jedoch an das neue Format EMT 3.0 anpassen müssen." Für Asset Manager wiederum, die ihre Angaben im europäischen Format für den Vertrieb in Deutschland und Österreich übermitteln, wurde die Übertragung ins hiesige WM-Format zum 14. Dezember an die neue EMT-Version angepasst. (ert)