Börsengehandelte Fonds (ETFs) haben vielen Sparern den Zugang zu den Kapitalmärkten geebnet. Eine wichtige Rolle dabei spielen die in Deutschland verbreiteten Sparpläne. "Dank der ETF-Sparpläne ist ein wichtiger Punkt erreicht worden: Die Zugangsschwelle zu den Kapitalmärkten liegt für Erstanleger sehr niedrig", sagt Jakob Tanzmeister, Investmentstratege für Multi-Asset bei J.P. Morgan Asset Management, im Gespräch mit FONDS professionell. "Einige andere europäische Märkte blicken geradezu neidisch auf die Entwicklung in Deutschland."

Grundsätzlich habe sich das Vehikel des ETF etabliert. In manchen Bereichen ist der börsengehandelte Fonds sogar zum Instrument der ersten Wahl geworden. "ETFs sind in den digitalen Retail-Kanälen zum bevorzugten Vehikel aufgestiegen", berichtet Tanzmeister. "Dies zeigt, dass sich der ETF zu einem bedeutenden Format entwickelt hat und weiter wachsen wird." J.P. Morgan AM bietet selbst börsengehandelte Fonds an. Die Amerikaner sind im Segment der aktiven ETFs Marktführer in Europa.

Keine Randerscheinung mehr
Immer mehr Anbieter springen auf den Trend auf und packen ihre aktiven Investmentstrategien in den Mantel eines ETFs. Das Segment nimmt vom verwalteten Vermögen her gesehen nur eine Nischenstellung ein. Doch das Wachstum ist groß. Insbesondere die Zahl der Produktneuauflagen steigt rasant. Der Fondsratinggesellschaft Morningstar zufolge kamen 2025 fast 140 neue aktive ETFs auf den Markt. Im Vorjahr waren es lediglich 50 gewesen.


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Eine Randerscheinung in diesem Segment waren zudem Multi-Asset-Strategien. Lediglich die DWS und Amundi sowie Van Eck für den niederländischen Markt waren hier seit längerer Zeit vertreten. Vanguard und Blackrocks ETF-Marke iShares kamen im Jahr 2020 dazu. Auch J.P. Morgan AM hat mittlerweile Mischstrategien im ETF-Mantel lanciert. Die DWS hat mit ihrer Passiv-Sparte Xtrackers das Angebot zudem erweitert.

ETFs als Kern
Eine zunehmende Nachfrage sieht der Investmentexperte von zwei bestimmten Seiten. "Wir beobachten ein signifikantes Wachstum bei Modellportfolios", erläutert Tanzmeister. Hier würden die Vertriebe oder Kunden über zusätzliche Stellschrauben verfügen, um individuelle Anpassungen vornehmen zu können. "Multi-Asset-ETFs bilden hierbei den Kern, um den herum sich maßgeschneiderte Satelliten ergänzen lassen."

Aber insbesondere auch für Selbstentscheider und Erstanleger eignen sich die Vehikel. "Gerade in der Endphase des langfristigen Vermögensaufbaus kann eine gewisse Absicherung hilfreich sein, sofern es an den Aktienmärkten zu länger anhaltenden Rücksetzern kommen sollte", führt Tanzmeister aus. "Diese Sicherungslinie bieten Multi-Asset-Strategien."

Paketlösung
Zudem kann im Laufe des Bullenmarkts der vergangenen Jahre beim Sparen über globale Aktien ein gewisses Klumpenrisiko in den Portfolios entstanden sein. "In den Multi-Asset-ETFs findet hingegen ein regelmäßiges Rebalancing statt, um die gewünschten Gewichtungen wiederherzustellen", so Tanzmeister. Diese Leistung erhalten Anleger über die Misch-ETFs im Paket. "Die Portfolio-ETFs sollen eine einfache Lösung bieten, die sich mit einer einzigen Wertpapierkennnummer erwerben lässt." (ert)