In Österreich gibt es derzeit rund 155.100 Dollar-Millionäre. Das ist ein Plus um 6,9 Prozent verglichen mit dem Jahr 2018, wie der World Wealth Report 2020 des Beratungshauses Capgemini errechnet. Demnach stieg das Gesamtvermögen der österreichischen High Net Worth Individuals (HNWI) um 7,1 Prozent.

Wie am Gesamtmarkt ist auch bei den HNWI eine Verschiebung der Investitionsprioritäten in Richtung Nachhaltigkeit bemerkbar. "Nachhaltige Investitionen mit ökologischen und sozialen Prioritäten, die bereits vor der Pandemie einen Aufschwung erlebten, gewinnen nach der Pandemie weiter an Bedeutung", heißt es. 27 Prozent der HNWI sind laut der Studie an nachhaltigen Produkten interessiert. Bei den Ultra-HNWI sind sogar 40 Prozent bereit, Geld hier zielgerichtet zu investieren.

Corona hat auch Vermögen der Reichen abschmelzen lassen
Vermögensverwalter würden sich angesichts der Corona-Pandemie in "unberechenbaren Zeiten" befinden, sagt Bernd Bugelnig, CEO von Capgemini in Österreich. Sie sollten die Chance nutzen, Geschäfts- und Betriebsmodelle neu zu bewerten. Analytik, Automatisierung oder künstliche Intelligenz würden Vermögensverwaltern helfen, Einnahmen zu steigern, Kosten zu senken und Kundenerlebnisse zu verbessern.

Laut der Studie schmolzen weltweit wegen der Coronakrise und des damit einhergehenden Assetpreis-Verfalls auch die Vermögen der Superreichen ab. Das Finanzvermögen von Millionären ist heuer bis Ende April 2020 um sechs bis acht Prozent geschrumpft. Ende 2019 betrug das Vermögen der sehr Wohlhabenden weltweit 74 Billionen US-Dollar – ein Rekordhoch.

Rückschlag nicht von Dauer
Der Rückschlag dürfte aber nicht von Dauer sein. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich die weltweiten Vermögen relativ rasch von Krisen erholen. Darauf weisen laut einem Bericht des "Handelsblatt" die Experten der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hin. So wurden während der Finanzkrise im Jahr 2008 beispielsweise knapp elf Billionen US-Dollar vernichtet, die privaten Vermögen schrumpften weltweit um acht Prozent auf 116 Billionen US-Dollar. Und doch war die Delle bei den Finanzvermögen nur ein Jahr später wieder ausgemerzt und der Wachstumspfad erneut eingeschlagen.

Ob die Verluste diesmal wieder so rasch aufgeholt werden können, hängt auch davon ab, wie Vermögende ihr Kapital anlegen. Laut Capgemini gewichteten die im Februar befragten 2.500 Millionäre Aktien im Schnitt mit 30 Prozent im Depot. Liquide Mittel machten ein Viertel aus, Anleihen 17 Prozent, Immobilien 15 und alternative Anlagen 13 Prozent. (eml/fp)