Die UBS hat die elfte Ausgabe ihres "Billionaire Ambitions Report" veröffentlicht. Die Studie basiert auf einer globalen Befragung von Milliardärskunden und analysiert die aktuellen Herausforderungen, Wachstumstreiber und Prioritäten der reichsten Familien der Welt. Zentraler Befund: Eine neue Generation von Vermögensschöpfern und Erben verändert die globale Vermögenslandschaft tiefgreifend.

Laut UBS stieg das Vermögen der Milliardäre im Jahr 2025 auf den Rekordwert von 15,8 Billionen US-Dollar. Einen großen Anteil am Anstieg hatten 196 Selfmade-Milliardäre mit einem Vermögen von zusammen 386,5 Milliarden Dollar. Die Gesamtzahl der Milliardäre erhöhte sich um 8,8 Prozent auf nahezu 3.000.

Innovationsbranchen dominieren das Wachstum
Wachstumstreiber waren mutige Unternehmensgründungen – etwa in Software, Genetik oder Infrastruktur – vor allem in den USA und dem Asien-Pazifik-Raum. Sektorale Unterschiede bleiben deutlich: Technologiemilliardäre steigerten ihr Vermögen um 23,8 Prozent, während der Konsumsektor schwächer abschnitt. Am stärksten wuchs das industrielle Segment mit einem Plus von 27,1 Prozent. Im Finanzdienstleistungsbereich legte das Vermögen dank stabiler Märkte und einer zeitweiligen Krypto-Erholung um 17 Prozent zu.

Erbschaften erreichen historische Dimensionen
Die Bedeutung von Vermögenstransfers nimmt weiter zu. 2025 wechselten 297,8 Milliarden Dollar durch Erbschaften den Besitzer – ein Rekordanstieg von 36 Prozent. Rund 860 Mehrgenerationen-Milliardäre verfügen inzwischen über 4,7 Billionen Dollar. Auffällig ist das stärkere Vermögenswachstum von Frauen: plus 8,4 Prozent gegenüber 3,2 Prozent bei Männern.

Globale Mobilität schafft neue Komplexität
Mehr als ein Drittel der Befragten ist mindestens einmal umgezogen; weitere neun Prozent ziehen einen Standortwechsel in Betracht. Lebensqualität, geopolitische Risiken und steuerliche Überlegungen sind zentrale Motive. Die zunehmende Mobilität erhöht zugleich rechtliche und finanzielle Herausforderungen über Grenzen hinweg.

Wertewandel prägt Investitionsprioritäten
Der Generationenwechsel verändert die familiäre Ausrichtung ebenso wie Anlageentscheidungen. Acht von zehn Befragten wollen ihre Kinder zu eigenständigem Erfolg befähigen. Jüngere Generationen setzen verstärkt auf Technologie, Impact-Investing und unternehmerische Innovation. 

Trotz der Volatilität bleibt Nordamerika wichtigstes Anlageziel, gefolgt von Westeuropa und China. Viele planen höhere Engagements in Schwellenländern, Private Equity, Hedgefonds und Infrastruktur. Risiken sehen Milliardäre vor allem in Zöllen, geopolitischen Konflikten und politischer Unsicherheit. (mb)