Wenn es um Geldausgabeautomaten geht, ist keine Nation so gut versorgt, wie Österreich. 169 Bankomaten kommen auf tausend Einwohner, mehr als in anderen Ländern der Eurozone. Kein Wunder, die Österreicher schätzen Cash über alles. 70 Prozent der Transaktionen am Verkaufspunkt werden nach einer Erhebung des Finanzdienstleisters Raisin in bar abgewickelt. In Italien sind es 69 Prozent, in Deutschland, das auf Rang fünf liegt, nur 63 Prozent.

Umso weiter nördlich, desto geringer wird der Bargeldanteil bei den Zahlungen. In Finnland sind es nur noch 19 Prozent. Was aber nicht heißt, dass dort der generelle Stellenwert von Cash ebenso tief ist. 56 Prozent der Finnen sagen, Bargeld ist eher oder sehr wichtig. Und auch in den meisten anderen Ländern erachtet die Bevölkerung das traditionelle Zahlungsmittel noch immer als wichtig.

Quelle: Raisin

Auch in den nordischen Ländern Schweden oder Norwegen, wo Bargeld in den vergangenen Jahren zur absoluten Ausnahme beim täglichen Bezahlen geworden ist, findet ein Umdenken statt. Wegen der laufenden russischen Cyberattacken, die die beiden Länder besonders stark treffen, richtet man sich dort auf den Fall ein, dass die digitalen Transaktionsmöglichkeiten ausfallen. 

Wie der "Guardian" etwa bereits im Vorjahr berichtete, rät das schwedische Verteidigungsministerium, regelmäßig Bargeld zu verwenden und Vorräte für einen einwöchigen Bedarf in verschiedenen Stückelungen anzulegen. Und in Norwegen wurde ein Gesetz eingeführt, das Sanktionen für Einzelhändler vorsieht, wenn diese kein Bargeld akzeptieren. Auch hier empfehlen die Behörden Bargeldvorräte als Sicherheit in Fall einer Cyberattacke. (eml)