Das verwaltete Vermögen der 25 führenden Wealth Manager des Planeten ist im Jahr 2017 um durchschnittlich 17 Prozent gestiegen. Dies ergab eine Studie des britischen Strategie- und Unternehmensberatung Scorpio Partnership. Damit betreut die Top-25-Gruppe insgesamt 16,2 Billionen US-Dollar (13,6 Billionen Euro) von wohlhabenden Kunden. Im Durchschnitt stieg das Netto-Neugeld um 4,3 Prozent. Im Jahr 2016 hatten die Anbieter dagegen unter dem Strich keinen Mittelzufluss erzielen können. Allein die Kurssteigerungen hätten damals das verwaltete Vermögen klettern lassen, heißt es in der Studie.

Die Top-Adressen im weltweiten Private Banking nach verwaltetem Vermögen sind demnach die UBS, Morgan Stanley und die Bank of America. Neben weiteren US-Banken wie Wells Fargo, Goldman Sachs und JP Morgan finden sich auch einige Schweizer und asiatische Adressen in der Spitzenliga. Auch die Deutsche Bank taucht auf. Sie rangiert auf Platz 17.

Besonders stark war das Wachstum in Asien. In der Region steigerten aktive Dienstleister  2017 das verwaltete Vermögen im Schnitt um 15,2 Prozent. In Europa waren es 7,5 Prozent und 13,8 Prozent in Nord- und Südamerika – jeweils in Lokalwährungen gemessen. Viele in Asien vertretene Vermögensverwalter hätten ihre Aktivitäten in dieser Region weiter verstärkt. In einigen Schwellenländern trugen strategische Akquisitionen zum Wachstum bei, heißt es in der Studie. So habe die Bank of China habe zum zweiten Mal in Folge zweistellige Zuwachsraten verzeichnet.

Steigende Erträge kompensieren höhere Kosten
Allerdings kletterten auch die Kosten der Wealth Manager erneut, und zwar um 8,1 Prozent. Investitionen in Technologie seien weiter ein wesentlicher Treiber gewesen. Trotz dieses Gegenwinds stiegen im Schnitt der Gewinn um mehr als 25 Prozent und das Kosten-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio) sank sogar erstmals seit dem Jahr 2007 unter die Marke von 70 Prozent. Von einem Euro Umsatz blieben also 30 Cent Ertrag übrig.

"Das Umfeld war in den vergangenen zwölf Monaten für Wealth Manager weltweit überaus positiv", sagt Caroline Burkart, Director bei Scorpio Partnership. "Den Anbietern gelang es aber auch, neue Ertragsquellen aufzutun." 2017 sei bereits das zweite Jahr gewesen, in dem sich viele Vermögensverwalter neu aufstellten. "Sie bauten einerseits ihr Engagement in bestehenden Märkten aus, und stießen andererseits Kapazitäten in Märkten ab, die nicht zu ihrer Kernstrategie zählen", erläutert Burkart.

Kundenzufriedenheit messen
Um sich für schwierigere Marktphasen zu wappnen, sollten die Vermögensmanager nun die Zufriedenheit ihrer Kunden messen, rät die Expertin. Wenn der nächste Markteinbruch eintritt, verfügten sie über die nötigen Erkenntnisse, um besser auf die Kundenwünsche eingehen zu können. Einige Wealth Manager würden bereits neben klassischen  Finanzkennzahlen die Angaben zur Zufriedenheit ihrer Kunden veröffentlichen. (ert)