Erneut hat Österreichs Aufsichtsbehörde FMA Warnmeldungen herausgegeben. Dieses Mal ist die Webseite "erstemarkets.com" betroffen, deren Betreiber angeblich über eine Geschäftsadresse in London und Luxemburg verfügen. Das Unternehmen bietet auf seiner Webseite Broker-Dienste an und wirbt: "Anlage Investments für volle Transparenz und Kontrolle, die auf Wachstum ausgelegt ist." Ein Impressum suchen potenzielle Anleger auf dieser Seite übrigens vergebens.

Laut der heimischen Finanzaufsicht sei die Firma auch gar nicht berechtigt, konzessionspflichtige Bankgeschäfte in Österreich zu erbringen. Der Handel auf eigene oder fremde Rechnung mit Wertpapieren (Effektengeschäft) gemäß Paragraf 1 Absatz 1 Z 7 lit. e BWG ist dem Anbieter daher nicht gestattet.

Zahl dubioser Anbieter so hoch wie nie zuvor
Die FMA hat im abgelaufenen Jahr mit 98 Warnungen so viele Investorenwarnungen ausgegeben wie noch nie zuvor und damit den Spitzenwert von 2018 übertroffen. Damals hatten die heimischen Aufseher 62 Warnungen ausgegeben. Im aktuellen Jahr 2020 hat die Aufsicht bislang 45 Meldungen herausgegeben (siehe Tabelle unten).

Die FMA kann gemäß den Rechtsvorschriften die Öffentlichkeit informieren, dass eine namentlich genannte natürliche oder juristische Person zur Vornahme bestimmter Finanzgeschäfte nicht berechtigt ist, sofern diese Person dazu Anlass gegeben hat und eine Information der Öffentlichkeit erforderlich und im Hinblick auf mögliche Nachteile des Betroffenen verhältnismäßig ist. (cf)