Fast ein Drittel der Wohlhabenden in Deutschland sucht einen neuen Vermögensverwalter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Fachmagazins "Elite Report" unter Private-Banking- und Wealth-Management-Kunden. Als Grund für die Wechselbereitschaft werden unter anderem hohe Kosten oder mitunter gar versteckte oder doppelte Gebühren genannt.

Zu einem ähnlichen Ergebnis war auch die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY in ihrem Wealth Management Research Report 2019 gekommen. Demnach suchen drei von zehn Vermögenden in Deutschland einen neuen Betreuer. Allerdings gehören deutsche Kunden gehören im internationalen Vergleich noch zu den loyalsten. Im europäischen Schnitt haben gut 43 Prozent der Wohlhabenden ihrem Verwalter den Rücken gekehrt.

Gute Berater gesucht
Dem "Elite Report" zufolge stehen die Anbieter vor einem weiteren Problem. Immer mehr Kundenbetreuer verabschieden sich in Bälde in den Ruhestand. Der Nachwuchs bleibt häufig aus. Oftmals versäumten es die Häuser auch, geeignete Berater an den Beruf heranzuführen. Derweil stehen insbesondere ältere Vermögende einem neuen Berater skeptisch gegenüber. Infolgedessen werde der Kampf um fähige und sympathische Köpfe zunehmen, so das Fachmagazin.


Die gestiegene Wechselbereitschaft kann für Anbieter auch die Chance sein, neue Kunden zu gewinnen. Die Beratungsgesellschaft EY fand in ihrer Studie dazu mehrere Ansatzpunkte. Details dazu lesen Sie im neuen Heft 4/2019 von FONDS professionell, das Abonnenten in den kommenden Tagen zugestellt wird.  


Zudem hat der "Elite Report" die besten Vermögensverwalter gekürt. Dabei rückte DJE Kapital erstmals unter die Top-10-Anbieter und verdrängte damit Oddo BHF AM. Zur Spitzengruppe zählen zudem Berenberg, die Deutsche Oppenheim Family Office, die Frankfurter Bankgesellschaft sowie die Fürst Fugger Privatbank und die Hamburger Sparkasse. Auch die LGT Bank, die NordLB sowie Pictet und die Schoellerbank konnten sich im Ranking ganz weit oben platzieren.

Für das Ranking untersuchte das Magazin 259 Anbieter, von denen sich 46 Häuser als "empfehlenswert" qualifizierten. Daneben flossen die Urteile von 100 Testkunden ein, von denen jeder fünf Anbieter besucht hatte. (ert)