Dass Anleger besser nicht alle Eier in einen Korb legen, zählt zu den eisernen Grundlagen einer guten Investmentberatung. Doch mit der Zahl der Körbe kann man es ebenfalls übertreiben, meint Michael Thaler. Der Effekt der Portfolio-Diversifikation wird häufig überschätzt, sagt der Vorstand der Top Vermögen aus Starnberg: "Bereits mit sieben Aktien kann ein Anleger gut aufgestellt sein, wenn die Aktien einen verschiedenartigen Zyklus aufweisen und aus verschiedenen Sektoren kommen", betont er. Bei einer solchen Zahl können Anleger noch gut den Überblick behalten. Mit haufenweise Aktien im Depot kann man sich dagegen rasch verzetteln, warnt der Vermögensverwalter.

Ziel einer soliden Anlagestrategie sollte kein Portfolio aus über hundert Aktien sein, sondern der gestaffelte Kauf weniger Dutzend Werte. "Im Regelfall wird über einen längeren Zeitraum zugekauft, bis eine Position zwischen zwei und fünf Prozent des Portfolios ausmacht", erklärt Thaler. Bei Fünf-Prozent-Positionen hätte ein Investor im optimalen Endzustand 20 Aktien im Depot. Bei zwei Positionen wären es 50 Aktien.

Streuung geht auch mit Indexfonds
Das Problem bei Staffelkäufen: Die Transaktionskosten machen Privatanlegern einen Strich durch die Rechnung. "Bei den derzeit gängigen Gebühren am Markt sollte kaum eine Position unter 2.000 Euro eingegangen werden", gibt Thaler zu bedenken. Die meisten Privatinvestoren können mit solchen Summen allerdings kein breit gestreutes Portfolio aufbauen. Gerade zu Beginn der Ansparphase kann es deshalb sinnvoll sein, mit ETFs auf marktbreite Aktienindizes zu setzen, sagt der Anlageprofi. (fp)