Beim Corona-Härtefall-Fonds (HFF) hatten viele Individualfälle, die nicht in die groben Pauschalvorgaben passten, bisher keine Chance, an Mittel zu kommen. Das wurde nun geändert. Der Fonds berücksichtigt seit einigen Tagen mehrere betriebliche Sondersituationen – davon profitieren auch die Vermögensberater. 

Konkret wird der Beobachtungszeitraum ausgedehnt, in welchem Umsatzeinbußen belegt werden können. Das teilt der Fachverband der Finanzdienstleister mit, der sich für diese Änderung eingesetzt hat. Wichtig ist diese Verlängerung, weil bei Gewerblichen Vermögensberatern die Geldleistungen stark verzögert fließen – oft quartalsmäßig. Umsatzeinbrüche durch die Geschäftsschließungen treten damit außerhalb des Betrachtungszeitraums auf, den die Regierung bisher vorgesehen hat.
 
Im Detail wurden folgende relevante Verbesserungen der Vergaberichtlinien erreicht:
•    Damit UnternehmerInnen, die jetzt noch Zahlungseingänge haben und einen Umsatzeinbruch erst später darstellen können, erfasst werden, wird der dreimonatige Betrachtungszeitraum um weitere drei Monate verlängert (bis 15.09.2020).

•    Innerhalb der insgesamt sechs Monate können drei beliebige Monate für die Beantragung gewählt werden - die drei Monate müssen nicht zwingend aufeinander folgen.

Neben dem Härtefallfonds kann der Corona-Hilfsfonds in Anspruch genommen werden (die Unterstützung aus dem Härtefallfonds wird hier angerechnet). Voraussetzung sind Umsatzeinbußen von mindestens 40 Prozent im Jahr 2020 (mindestens 2.000 Euro).
Zur Überbrückungsfinanzierung stehen zusätzlich Kredite mit aws Garantien zur Verfügung.

Härtefallfonds und Hilfsfonds
Der Härtefall-Fonds ist eine Soforthilfe für Selbständige und Kleinunternehmer. Ein Großteil der Vermögensberater fällt in die Kategorie der Antragsberechtigten. Das Volumen im Fonds wurde Anfang April von einer auf zwei Milliarden Euro erhöht. Für den Zeitraum von sechs Monaten können insgesamt bis zu 6.000 Euro Zuschuss beantragt werden. Die Leistungen gehen auf den Unternehmer persönlich. Daneben steht auch der mit 15 Milliarden Euro gefüllte Corona Hilfs-Fonds offen, der Kreditgarantien und Fixkostenunterstützung für die Unternehmen bereit stellt. (eml)


Service: Laufend aktualisierte Daten beim Corona-Infopoint der WKO.