Das Vergleichsportal Cleanvest nimmt den Betrieb in Deutschland auf. Das hinter der Plattform stehende Unternehmen ESG Plus aus Wien war bereits Ende 2019 im österreichischen Markt angetreten. Die Gesellschaft will Endanlegern die Auswahl unter dem Angebot von nachhaltigen Investmentfonds erleichtern. "Mit Cleanvest kann nun jede Privatperson ihrer Hausbank oder ihrem Vermögensberater eine Wunschliste von Fonds präsentieren, die zu den eigenen Werten passen", lässt sich Armand Colard, Gründer und Geschäftsführer von ESG Plus, in einer Mitteilung zitieren.

Privatanleger können über das Portal neun soziale und ökologische Aspekte wählen. Dazu zählen sowohl Positivkriterien wie "grüne Technologien" oder "Bildung und Gesundheit" sowie Ausschlüsse wie "Kohle", "Nuklearenergie", "Waffenproduktion" oder "Kinderarbeit". Derzeit seien auf Cleanvest insgesamt rund 4.000 in Deutschland und Österreich zugelassene Fonds aufgeführt, heißt es in der Mitteilung weiter.

Nachholpotenzial
Colard und sein Team sehen in Deutschland erhebliches Potenzial für nachhaltige Investments. Denn jeder vierte investierte Euro in Europa stamme aus Deutschland. Allerdings liege der Anteil nachhaltiger Fonds dem Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) zufolge in Deutschland lediglich bei 5,4 Prozent. Im Vergleich dazu weise Österreich mit 15,9 Prozent einen dreimal so hohen Anteil nachhaltiger Veranlagung auf.

Das Unternehmen richtet sich zwar an Endanleger, nicht jedoch allein an Selbstentscheider. "Mit Cleanvest kann nun jede Privatperson ihrer Hausbank oder ihrem Vermögensberater eine Wunschliste von Fonds präsentieren, die zu den eigenen Werten passen", erklärt Colard. Die Österreicher sind nicht die einzige Gesellschaft, die auf nachhaltige Investments setzt. So startete im Oktober das Informationsportal "MainFairMögen", hinter dem die gemeinnützige Initiative "2-Grad-Investing". Diese richtet sich mit ihrer rund 8.000 Fonds umfassenden Datenbank an Verbraucher wie auch deren Berater. (ert)