Zur Schachtel Zigaretten gibt es in heimischen Trafiken in Zukunft auch Bankprodukte. Die Idee stammt von Ex-Bawag-Marketingleiter Markus Gremmel und Alfred Holzer, Betreiber von Apothekenradio.at und von RadioTrafik. Im Juni startete bereits die Pilotphase von "ProTrafik" mit bis zu 20 Testtrafiken, der österreichweite Start ist für Herbst geplant. Zu Beginn wird ein Girokonto mit Debitkarte Bankomatkarte und Konsumentenkredite bis maximal 30.000 Euro angeboten. Weiters sind Ein- und Auszahlungen an der Kassa möglich. An einer Weiterentwicklung der Services wird gearbeitet und in Zukunft sollen weitere Produkte angeboten werden.

Keine Beratung in der Trafik
Als Kooperationspartner wurde nicht nur das Bundesgremium der Tabaktrafikanten sondern auch die Austrian Anadi Bank gewonnen, letztere soll die Dienstleistungen wie Kontoführung, Ein- und Auszahlungen und Konsumkredite anbieten. Eine Beratung wird in der Trafik nicht angeboten. Die Nutzung der Angebote wird mittels eines Tablets abgewickelt. Abgestimmt wurde das neue Modell sowohl mit der Monopolverwaltung als auch der Finanzmarktaufsicht. Trafikanten sollen laut dem Unternehmen durch den neuen Geschäftszweig monatlich bis zu 1.500 Euro dazu verdienen können. Gegen eine Einlage von 1.000 Euro ist der Trafikant zudem am Gewinn der Gesellschaft beteiligt.

"Wir arbeiten schon seit längerer Zeit daran, neue Ertragsbringer in die Trafiken zu bekommen. Der Tabakumsatz ist im Moment für die meisten von uns sehr zufriedenstellend, wir schreiben österreichweit gute Zahlen. Das ist aber nur ein Momentum, die Perspektive ist jedoch eine andere. Die EU-Strategie zur Krebsbekämpfung sieht eine tabakfreie Zukunft vor und will bis 2040 den Anteil der Raucher von derzeit 25 auf fünf Prozent senken. Und manche Länder wollen das Rauchen überhaupt verbieten, wie etwa Neuseeland, wo alle ab 2004 Geborenen keine Zigaretten mehr kaufen dürfen. Das bedeutet, dass unsere Lebensader Tabak immer mehr zurückgedrängt wird. Deshalb ist es unabdingbar, dass wir rechtzeitig agieren und neue Wege gehen", erklärt Bundesgremialobmann Josef Prischl die Gründe für den Einstieg in das neue Geschäftsfeld.

Markus Gremmel freut sich jedenfalls, mit der ProTrafik als künftiger Geschäftspartner für Finanzdienstleistungen in der Trafik zu agieren: "Ich kenne das Thema bereits seit einigen
Jahren, aber es hat immer an irgendeiner Stelle nicht gepasst. Daher haben wir uns
schlussendlich entschlossen, das Projekt mit der ProTrafik selbst umzusetzen und die optimale Lösung für die österreichischen Trafiken zu entwickeln. Wir bieten wettbewerbsfähige Produkte, die es exklusiv in der Trafik unter einer eigenen Marke gibt. Diese zeichnen sich durch einfache Prozesse aus und sind auf einem Tablet in der Trafik abrufbar. Mit der Anadi Bank haben wir außerdem einen starken und engagierten Kooperationspartner." (gp)