Studie: So teuer kommt mangelndes Finanzwissen
Eine internationale Allianz-Studie zeigt: Wer einen Teil seiner Bankeinlagen in Anleihen und Aktien investiert hätte, wäre langfristig deutlich vermögender. Gleichzeitig erreicht in Österreich nur gut jeder Fünfte ein hohes Finanzbildungsniveau.
Österreich zählt zwar zu den Ländern mit dem höchsten Finanzbildungsniveau weltweit, doch auch hierzulande besteht Nachholbedarf. Das zeigt die aktuelle Studie "Financial literacy pays: Smarter investing goes beyond AI" von Allianz Research. Demnach erreicht lediglich rund jeder fünfte Österreicher ein hohes Finanzbildungsniveau. Gleichzeitig verdeutlicht die Untersuchung, dass sich fehlendes Finanzwissen langfristig direkt auf den Vermögensaufbau auswirken kann.
Spitzenplatz mit Luft nach oben
Im internationalen Vergleich schneidet Österreich hervorragend ab. Mit einem Anteil von 22 Prozent der Befragten mit hohem Finanzbildungsniveau belegt das Land hinter dem Vereinigten Königreich den zweiten Platz unter den acht untersuchten Ländern. Besonders gut schneiden die Österreicher bei der Einschätzung der Inflation ab. Dennoch erreicht die große Mehrheit lediglich ein mittleres oder niedriges Kompetenzniveau, ein Hinweis darauf, dass auch ein Spitzenplatz nicht über bestehende Wissenslücken hinwegtäuschen sollte.
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Finanzwissen zahlt sich aus
Wie groß die finanziellen Auswirkungen sein können, zeigt eine Simulation von Allianz Research. Sie untersucht, wie sich das Vermögen entwickelt hätte, wenn Haushalte einen Teil ihrer Bankeinlagen in Anleihen und Aktien investiert hätten. Für Österreich ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Vermögensvorteil von rund 6.100 Euro. Finanzwissen ist damit nicht nur eine theoretische Kompetenz, sondern kann sich unmittelbar auf den langfristigen Vermögensaufbau auswirken.
KI schafft Vertrauen, ersetzt aber kein Wissen
Die Studie untersucht auch den Einfluss künstlicher Intelligenz (KI) auf Finanzentscheidungen. Demnach steigert der Einsatz von KI zwar häufig das Vertrauen der Menschen in ihre Entscheidungen, verbessert die tatsächliche Finanzkompetenz jedoch kaum. Dadurch wächst die Gefahr einer Selbstüberschätzung. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung weiterhin Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Männer erreichen im Durchschnitt höhere Werte beim Finanzwissen als Frauen. (cf)
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Über die Allianz-Studie
Allianz Research hat gemeinsam mit der Allianz Leben und den jeweiligen Landesgesellschaften eine internationale Studie zur Finanzbildung durchgeführt. Befragt wurden im Frühjahr 2026 insgesamt 8.000 Erwachsene in Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Spanien und den USA. Pro Land nahmen jeweils 1.000 Personen an der repräsentativen Online-Befragung teil. Untersucht wurden unter anderem Finanzwissen, Anlageverhalten, Inflationserwartungen, finanzielle Resilienz sowie der Einfluss künstlicher Intelligenz auf Finanzentscheidungen. Ergänzend simuliert die Studie, wie sich eine teilweise Umschichtung von Bankeinlagen in Anleihen und Aktien langfristig auf den Vermögensaufbau ausgewirkt hätte.















