Frau sein und alt ist kein Vergnügen: Seniorinnen bekommen nach heutigem Stand rund ein Drittel weniger Rente als Männer. Der sogenannte "Gender Pension Gap" wird zwar allmählich kleiner, weil mehr Frauen häufiger und länger berufstätig sind als in der Vergangenheit, zeigt eine Studie des Versicherers Swiss Life. Komplett schließen wird sich die "weibliche Rentenlücke" aber so bald nicht.

Der Studie zufolge ist die Rentendifferenz bei verheirateten Frauen mit knapp 50 Prozent am größten. Solange die Ehe besteht, ist diese Lücke wegen des gemeinsamen Haushalts oft nicht spürbar. Zerbricht die Ehe, wird es aber oft schwierig für die Frau. "Betrachtet man die heutige Rentnerinnengeneration, hat der Gender Pension Gap besonders für geschiedene Frauen spürbare Auswirkungen", sagt Studienautor Andreas Christen von Swiss Life. Demnach beziehen 30 Prozent aller geschiedenen Rentnerinnen Ergänzungsleistungen – so viele wie in keinem anderen Zivilstand und deutlich mehr als geschiedene Männer.

Kinder sind Renten-Killer
In Zukunft dürften vor allem solche Frauen im Ruhestand zu wenig Geld im Portemonnaie haben, die heute in "wilder Ehe", also unverheiratet mit Männern zusammenleben und sich vorwiegend um die Kindererziehung kümmern. Die Anzahl solcher Paare ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, berichtet Christen. Bei dieser Form des Zusammenlebens können Frauen noch schlechter für das Alter vorsorgen als in der Ehe.

Der "Gender Pension Gap" ist vor allem auf Lücken in der zweiten Säule der Altersvorsorge zurückzuführen. Mehr als 90 Prozent der Rentendifferenz zwischen Männern und Frauen stammen laut Studie aus der beruflichen Vorsorge. Frauen kümmern sich noch immer deutlich häufiger um die Kinder als um ihre Karriere und sorgen dementsprechend schlechter für das Alter vor. (fp)