Privatanleger erhalten zunehmen Zugang zu Bereichen, die bislang professionellen Investoren vorbehalten waren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Researchhauses Cerulli Associates. Demnach wird der Anteil von Retailkunden in nicht an einer Börse notierten Anlageklassen wie Private Equity, Private Debt, Infrastruktur oder Immobilien über die nächsten ein bis zwei Jahre deutlich wachsen, so die Cerulli-Experten.

"Der europäische Retailmarkt ist heterogen, was die Kenntnisse über und den Zugang zu Private Markets angeht", sagt Justina Deveikyte, die Hauptautorin des Berichts. "Asset Manager werden die größten Absatzchancen in den europäischen Märkten finden, in denen Privatkunden einen limitierten Zugang zu solchen Anlagen haben." So rechnen sich die befragten Asset Manager etwa in Italien bessere Absatzchancen ein als in Großbritannien, wo Private Markets für Privatanleger bereits besser erschlossen seien.

Exklusiver Klub
Angesichts der Vielfalt der Vehikel, die bei Private Markets zur Verfügung stehen, und der Komplexität der Strategien werde es entscheidend sein, die Kunden gut zu informieren. Hier komme Vermögensverwaltern und Anlageberatern eine entscheidende Rolle zu. Kurzfristig blieben Investments in Private Equity & Co. aber der wohlhabenden Klientel vorbehalten, schränken die Cerulli-Autoren ein. So stehen oftmals noch regulatorische Hürden, hohe Mindestanlageschwellen und lange Laufzeiten einer Verbreitung unter Kleinsparern entgegen. (ert)