Dass es nur wenigen Fondsmanagern gelingt, ihren Vergleichsindex zu übertreffen, ist inzwischen eine Binse. Diese Erkenntnis ist bereits durch zahlreiche Studien belegt und entsprechend weit verbreitet. Doch selbst unter den erfolgreichen Portfoliolenkern schafft es nur ein Bruchteil, die Outperformance zu wiederholen. Zu diesem Ergebnis kommt nun eine Studie des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices. Nur wenige Manager können also an frühere Erfolge anknüpfen und ihre Siegesserie fortsetzen. Heißt im Klartext: Der Blick auf die vergangene Investmentleistung eines Managers sagt praktisch nichts über seine künftige Performance aus.

Die Forscher untersuchten dabei die Erfolgsquote von Aktienfonds, die in den USA vertrieben werden. Die drei Studienautoren betrachteten dabei die Wertentwicklung von 2.300 Fonds in der Zeit von Anfang 2000 bis Ende September 2018. Zunächst suchten sie die Fondslenker heraus, die ihre zugehörige Benchmark übertrafen. Dann prüften sie, ob diese "Siegertypen" in den drei Folgejahren ihre Erfolge wiederholen konnten. Die Experten bezogen dabei auch Portfolios ein, die zwischenzeitlich aufgelöst oder mit anderen Produkten verschmolzen worden waren, um den sogenannten "Survivorship Bias" auszuschalten, der die Messergebnisse ansonsten mitunter enorm verfälscht.

Seltene Seriensieger
Die Ergebnisse fallen ernüchternd aus. Von den mehr als 1.000 untersuchten Standardwerte-Fonds schaffte es in den drei Jahren vor September 2015 nicht einmal ein Drittel, den S&P 500 zu übertreffen. Von diesen 298 Managern gelang es im Folgejahr nicht einmal mehr einem Zehntel, ihren Erfolg fortzusetzen. Im dritten Jahr lag die Zahl der "Dauerbrenner" mit gerade mal acht der ursprünglich 298 Fondslenker im kaum noch wahrnehmbaren Bereich von 2,7 Prozent.

Die Autoren von S&P Dow Jones Indices prüften zudem über verschiedene Zeiträume die durchschnittliche Leistung – die Ergebnisse wichen kaum von der Stichprobe per 2015 ab. Auf bessere Ergebnisse stießen die Forscher lediglich bei Immobilienfonds sowie bei internationalen Aktien. Insbesondere die Manager von Nebenwerteportfolios außerhalb der USA bewiesen eine bessere Leistung.

Besser per Glück
Grund zur Freude bereiten aber auch diese Erkenntnis nicht. Denn selbst bei den vergleichsweise guten und wiederholt erfolgreichen Immobilienmanagern hätte eine zufällige Verteilung immer noch eine bessere Erfolgsquote versprochen hätte, rechnen die Experten vor. Sprich: Hätten sich die Manager allein auf ihr Glück verlassen, wären sie besser dagestanden. (ert)