In Sachen Lohngerechtigkeit gibt es in Deutschland noch viel zu tun: Deutsche Frauen verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Logische Konsequenz wäre eigentlich, dass Frauen deswegen weniger sparen, investieren und vorsorgen können. Eine Umfrage des Berliner Fintech Weltsparen zeigt nun das Gegenteil: Demnach verneinen 45 Prozent der befragten Männer und 39 Prozent der Frauen, dass es eine solche Sparlücke gibt. Lediglich 29 Prozent der Deutschen bestätigen, dass Frauen weniger sparen können – jedoch konnten genauso viele Studienteilnehmer keine Angaben zum Thema machen.

Als wichtigste Gegenmaßnahme gegen die Sparlücke fordern die Studienteilnehmer weniger Benachteiligung und bessere Unterstützung von Alleinerziehenden (45 Prozent). Für die Mehrheit der Frauen (51 Prozent) ist dies ein wichtiger Hebel, bei den Männern sind jedoch nur 39 Prozent dieser Ansicht. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei einer gerechteren Aufteilung von Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen in der Familie ab: Hier sehen 40 Prozent der Frauen eine Lösung für die Sparlücke, aber nur ein Viertel der Männer.

Frauen legen anderen Fokus
Als wichtigste Gegenmaßnahmen aus Männersicht gelten eine bessere Aufklärung zur Rentenlücke und Altersarmut (45 Prozent), das Stärken von Finanzbildung von klein auf (41 Prozent) sowie ein höheres Bewusstsein für Sparen und Investieren (38 Prozent). Vor allem in diesem Punkt legen die Studienteilnehmerinnen einen anderen Fokus: Das höhere Bewusstsein ist nur für jede fünfte Befragte (21 Prozent) eine wichtige Gegenmaßnahme. "Grundsätzlich appellieren Männer stärker an die Eigenverantwortung und das Handeln der Frauen, um die Unterschiede im Sparverhalten und der Vorsorge zu reduzieren", fassen die Experten von "Weltsparen" zusammen. (fp)