Obwohl in jüngerer Zeit auch die Fondsindustrie zu den Nutznießern der Negativzinsproblematik zählt, ist es die Immobilienbranche, die bisher davon am stärksten profitierte. Allein 2020 wurden laut dem Immobilienmakler Remax in Österreich Wohnimmobilien mit einem Transaktionswert von mehr als 15 Milliarden Euro verkauft – mit 145.780 Verbücherungen lag das Plus gegenüber 2019 bei 5,1 Prozent. Rund die Hälfte davon entfiel auf den Markt für Wohnimmobilien. Zwar konnten Finanzdienstleister indirekt über das Finanzierungsgeschäft und den Vertrieb von Vorsorgewohnungen und Bauherrenmodellen am Wachstum teilhaben, ein nicht unbeträchtlicher Teil des Geschäfts ging aber an ihnen vorbei. 

Dies soll sich nun ändern, zumindest wenn es nach dem Finanzvertrieb Swiss Life Select (SLS) geht. Der SLS-Geschäftsführer Christoph Obererlacher gab Mitte Juni bekannt, dass das Unternehmen ins Immobiliengeschäft einsteigen wird. Mittlerweile ist man bereits einen Schritt weiter, mit  Niko A. Schüler wurde ein Leiter für den Geschäftszweig "Immobilien" ernannt, und die ersten Details zur Umsetzung der neuen Strategie sind vorgestellt. So soll die Immobilienbewertung und -abwicklung künftig in den Finanzplanungsprozess integriert werden. "Wir werden künftig alle Leistungen aus einer Hand anbieten: von der Suche über die Bewertung und die Finanzierung, vom Kauf bis zum Verkauf. Dieser Bereich passt hervorragend in unsere Investment- und Vorsorge-Strategie und ist gerade jetzt von besonders großem Interesse. Es ist ein Bereich, der wie kein anderer ein fixer und wichtiger Bestandteil im finanziellen Leben ist. Durch anhaltende Niedrigzinsen ist die Immobilie weiterhin ein attraktives Investment. Mit unserem neuen Bereich Immobilien kommt ein weiterer wichtiger Baustein hinzu und ein ganz zentraler Erfolgsfaktor für die finanzielle Lebensplanung. Damit kombinieren wir das Know-how aus dem Immobilienservice mit dem unserer Financial Planner. In jeder Lebensphase steht der entsprechende Experte zur Seite und begleitet unsere Kunden. Damit wollen wir neben unserem Ziel der Immobilientransaktionen auch das jährliche Finanzierungsvolumen unserer Financial Planner verdoppeln", erklärt Obererlacher. 

Maklerservice 
Konkret möchte man zukünftig einen österreichweiten Maklerservice für die Vermittlung von Wohnimmobilien anbieten. Hinzu kommt die Vermarktung von Vorsorgewohnungsprojekten und Bauherrenmodellen, aber auch die Kooperation mit ausgewählten Bauträgern. "Wir wollen eine transaktionsnahe Dienstleistung schaffen. Dazu gehören die Immobilienbewertung, die strategische (Ver-)Kauf(s)beratung, das Real Estate Investment Consulting sowie die Begleitung bei der rechtlichen Trans­aktionsabwicklung mit unseren Partnern", beschreibt der neue Leiter des Geschäfts­bereichs Niko A. Schüler die gebotenen Dienstleistungen.

Bestandskunden im Fokus
In der ersten Phase möchte SLS vor allem die Bestandskunden ansprechen, wenn sie Immobilien verkaufen beziehungsweise kaufen wollen. Im Kundenportal FiLiP haben Kunden in Zukunft die Möglichkeit, die Wertentwicklung ihrer Immobilie zu verfolgen, nach neuen Objekten Ausschau zu halten und auch Suchagenten für Immobilien zu festzulegen. "Hierfür setzen wir gemeinsam mit einem Technologiepartner auf modernste Technik und beziehen die zur Verfügung stehenden Objekte von allen relevanten Plattformen in Österreich", so der SLS-Chef. Konkret bedient sich das Unternehmen der Dienste des Schweizer Fintechs "PriceHubble".  Über dessen Lösung erhalten die SLS-Berater mit wenigen Daten eine umfangreiche Immobilienbewertung, die neben dem ungefähren Wert der Immobilie auch eine Vielzahl zusätzlicher Informationen enthält. (gp)


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